Sport : "Wir sind immer noch da"

"Pro 15.30" meldet sich wieder zu Wort. Haben die

Thomas Weinmann (39)aus Mönchengladbach ist Sprecher der Initiative "Pro 15.30 - Kein Kick ohne Fans", die sich für die Fußballfans einsetzt.

"Pro 15.30" meldet sich wieder zu Wort. Haben die Fans nach einem halben Jahr gemerkt, dass die Zugeständnisse der Deutschen Fußball-Liga, der DFL, doch nicht so groß waren?

So würde ich das nicht sehen. Man muss ja erst mal abwarten, ob getroffene Vereinbarungen auch eingehalten werden.

Das ist offenbar nicht der Fall. Sonntags zum Beispiel sollte es nur Spiele zwischen Mannschaften geben, deren Städte weniger als 300 Kilometer auseinander liegen. Und dann spielt Cottbus in Freiburg.

Ich will die DFL jetzt nicht in Schutz nehmen. Aber die vereinbarte Regelung ist einfach nicht machbar. Das hätte man allerdings vorher wissen können. Die DFL hätte ein solches Versprechen also niemals machen dürfen.

Es ging also nur darum, die meuternden Fans ruhig zu stellen?

Das ist richtig und falsch. Der jetzige Spielplan ist schon eher im Sinne der Fans als der vorige. Aber den Sonntag will niemand. Nur solange donnerstags Uefa-Cup gespielt wird, kommen wir daran wohl nicht vorbei.

Das ist doch die Crux. Die DFL wird sich immer auf die europäischen Zwänge berufen.

Das Diktat geht von oben nach unten: von der Champions League über den Uefa-Cup zu Bundesliga und Zweiter Liga. Aber die Vereine in Deutschland müssen sich schon überlegen, ob sie sich langfristig ausschließlich von Fernsehgeldern abhängig machen wollen.

Die Fans fühlen sich vernachläsigt.

Wir sind zuletzt ein bisschen in Vergessenheit geraten. Dabei setzt sich kein Sponsor oder Vip auf die Tribüne, wenn keine Fans im Stadion sind. Und dem Zuschauer zu Hause macht es auch keinen Spaß, im Fernsehen ein leeres Stadion zu sehen.

Die Initiative will jetzt wieder aktiv werden. Ist der Unmut zu groß geworden?

Der hat zugenommen, vor allem in der Zweiten Liga. Da hat sich gar nichts getan. Die Fans haben auch keine Lust mehr, sich drangsalieren zu lassen. In Bremen zum Beispiel gibt es für Gästefans keine Stehplätze mehr. Oft wird man richtig abgezockt. Und anderswo behandeln einen die Sicherheitskräfte wie Schwerverbrecher.

Welche Proteste sind diesmal geplant?

Noch gar keine. Ich finde auch den Ausdruck Protest etwas anmaßend. Wir haben erst vorige Woche mit der DFL ein konstruktives Gespräch geführt. Aber wir wollen schon an einem der nächsten Spieltage zeigen: Wir sind immer noch da. Vergesst uns nicht!

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