Sport : „Wir sind jung und glaubwürdig“

Herr Holczer, seit wann haben Sie mit dieser Entscheidung gerechnet?

So seit einem halben bis dreiviertel Jahr. Wenn man acht Jahre zusammenarbeitet, merkt man, wenn der Partner anfängt zu überlegen. Ich habe seit der Deutschland-Tour Anfang August Kontakte zu potenziellen neuen Sponsoren.

Haben Sie Verständnis für die Entscheidung Ihres Sponsors?

Ich glaube, dass die Gründe tatsächlich zu 90 Prozent wirtschaftlicher Natur sind. Das Unternehmen hat 208 Millionen Euro Gesamtumsatz, da ist ein Engement wie für unseren Rennstall ein sehr großer Posten.

Dieses Engagement wird auf neun Millionen Euro pro Jahr beziffert. Wer soll das in Zukunft bezahlen?

Wir werden bei Untersuchungen immer als das glaubwürdigste und beliebteste Team genannt. Das Problem ist, dass unser Sponsor seinen Return of Investment nur im Inland messen kann. Wir spielen aber international eine wichtige Rolle.

Was bekommt ein neuer Sponsor?

Er kriegt einen der am besten organisierten Rennställe mit einem jungen und glaubwürdigen Team. Wir bieten eine Zukunftsperspektive, das ist zu diesem Zeitpunkt sehr viel. Der Gesamtmarkt ist dramatisch eingebrochen, es ist der beste Zeitpunkt, um einzusteigen. Der Radsport wird gerade neu ausgerichtet. In allen Gruppen, die daran beteiligt sind, spielen wir eine Rolle.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, einen neuen Sponsor zu finden?

Das wird spannend. Wir haben eine Chance. Aber man muss realistisch sehen, was das Team derzeit wert ist. Wenn es nicht klappt, bin ich nicht zu traurig. Was meine Frau und ich mit Gerolsteiner erreicht haben, ist einmalig.

Das Gespräch führte Mathias Klappenbach.

Hans-Michael Holczer, 53, ist

seit 1998 Manager des Teams Gerolsteiner. Der ehemalige Lehrer machte aus der Mannschaft im Laufe der Jahre eine der besten der Welt.

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