Sport : „Wir sprechen jetzt dieselbe Sprache“

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Herr Metzelder, als Verteidiger müssten Sie nach dem Sieg gegen Polen eigentlich noch glücklicher sein.

Es war ein sensationelles Spiel und ein unglaublich emotionales Erlebnis. Die Freude ist sehr groß, das stimmt. Es war sehr wichtig, dass die Abwehr zu null gespielt hat. Man muss aber auch sagen, dass das Mittelfeld vor uns sehr viel wegverteidigt hat.

Was haben Sie nach dem Spiel gegen Costa Rica gemacht, um die Fehler abzustellen?

Wir haben vor ein paar Tagen mit den Abwehrspielern und den Trainern eine Stunde zusammengesessen und über das Thema gesprochen. Urs Siegenthaler …

… der Chefscout der Nationalmannschaft …

… hat eine Videoanalyse gemacht. Dabei haben wir festgestellt, dass Per Mertesacker und ich verschiedene Sprachen sprechen.

Verschiedene Sprachen?

Ja, die Viererkette wird in der Bundesliga von Verein zu Verein unterschiedlich interpretiert. Jetzt haben wir einen gemeinsamen Nenner gefunden.

Wie sieht der aus?

In der Nationalmannschaft sollen wir weit vorne verteidigen. Daran hat sich nichts geändert.

Gerade das war aber das Problem im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica.

Weil wir die Vorgabe, ins Mittelfeld aufzurücken und sehr hoch zu stehen, etwas überinterpretiert und mit zu viel Risiko gedeutet haben.

Und gegen Polen?

Wir sollten uns mehr voneinander absetzen, nicht auf einer Linie, sondern versetzt stehen und mit dem defensiven Mittelfeldspieler ein so genanntes Dreieck bilden. Dadurch sind wir mehr in die Zweikämpfe gekommen. Für einen Abwehrspieler ist das sehr wichtig.

Und wie wichtig ist es, dass es in der Viererkette einen Abwehrchef gibt, der die Kommandos gibt?

Alle vier Verteidiger und Jens Lehmann müssen die Kommandos geben. Diese Mär vom Abwehrchef – die kann ich langsam nicht mehr hören.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

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