• „Wir werden immer schneller“ Athens Olympiachefin über die Spiele 2004 und das Bauchaos

Sport : „Wir werden immer schneller“ Athens Olympiachefin über die Spiele 2004 und das Bauchaos

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Frau Angelopoulos, ein Jahr vor den Olympischen Spielen ist in Athen fast noch nichts fertig gebaut. Glauben Sie immer noch an eine pünktliche Eröffnungsfeier?

Wir arbeiten hart dafür. Die Olympischen Spiele sind Teil der griechischen Geschichte, und aus dieser Tradition ziehen wir heute großen Stolz. Die Spiele liegen uns im Blut. Deshalb hat die Stadt Athen versprochen, im nächsten Jahr ein sportliches Ereignis abzuliefern, die einzigartig sind.

Bisher ist leider nur das Planungschaos einzigartig…

Wir arbeiten Tag und Nacht, damit frühere Versäumnisse keine Auswirkungen haben. Weder für die Athleten noch für die Zuschauer. In den vergangenen drei Jahren haben wir außergewöhnliche Fortschritte gemacht. Das Bewerbungskommitee ist inzwischen eine dynamische Organisation.

Außerhalb von Athen hat sich das offenbar noch nicht herumgesprochen.

Die Menschen in Europa vertrauen uns. Sie haben unser öffentliches Ticketangebot, das im Juni auslief, zum erfolgreichsten überhaupt gemacht. Und IOCPräsident Jacques Rogge hat gesagt, er sei sicher, die Organisation der Spiele werde exzellent.

Die Lage ist trotzdem ernst, oder?

Wir liegen im Plan. Zwei Hauptwettkampfstätten sind fertig, an allen übrigen wird gebaut. Und das Tempo unserer Arbeit wird immer schneller. Früher habe ich gesagt: Griechen mögen es, Dinge in der letzten Minute zu erledigen. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir mit allem pünktlich fertig werden.

Warum?

Sie sehen ja schon die Ergebnisse: Wir haben eine neue U-Bahn, die täglich 800 000 Menschen transportiert. Wir haben einen Flughafen für 16 Millionen Passagiere, ein Dopingzentrum mit modernster Technik und ein neues internationales TV-Zentrum. Aber natürlich sehen wir, dass es Bereiche gibt, die besonderer Anstrengungen bedürfen.

Viele Beobachter beklagen die Preise in Athen. Die sind ein Jahr vor Beginn der Spiele bereits so hoch, dass sich das Problem mit den fehlenden Hotelbetten womöglich von alleine löst. Die Menschen bleiben lieber gleich zu Hause.

Wir haben viele Unterkünfte: Kreuzfahrtschiffe, Angebote von Privatleuten und natürlich die Hotelzimmer in Athen und Umgebung sowie auf den Inseln. Was Athen angeht, wird es im nächsten Jahr 2000 Hotelzimmer mehr geben als die 29 000, die wir im Moment haben. Und wir suchen weiter.

Das Gespräch führte Andreas Morbach.

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