Sport : Wir werden Weltmeister

Stefan Hermanns

wagt einen mutigen Blick in die Fußball-Zukunft Wenn am 10. Juli 2006 die Fifa-Herrschaft über Deutschland endet, wird noch einmal ein strahlend schöner Tag sein. So steht es im Pflichtenheft des Fußball-Weltverbandes für die WM in Deutschland. Passend zum Wetter strahlt auch die „Bild“-Zeitung und feiert ihren Immer-schon-Lieblingsbundestrainer auf der schwarz-rot-gold-umrandeten Titelseite: „Klinsi, wir danken dir!“ Ja, so wird es sein, am Tag nach dem WM-Finale, dem Tag, an dem wir Weltmeister geworden sind. Zweifelt etwa jemand daran?

Am Samstag jedenfalls ist die deutsche Nationalmannschaft ihrem Ziel ein entscheidendes Stück näher gekommen. Die Erkenntnis geht nun mal bisweilen komische Wege, manchmal muss sie sogar über die Slowakei reisen. Vermutlich hat das ächzende Spiel die deutschen Nationalspieler weiter gebracht als all die schönen Erfolge beim Confed-Cup vor drei Monaten. Es kommt nur darauf an, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Jürgen Klinsmann hat die Niederlage völlig einleuchtend als einen weiteren Schritt nach vorne bewertet. Nachdem die Deutschen den Rest der Welt mit ihrem offensiven Spiel beim Confed-Cup schon einmal in Angst und Schrecken versetzt haben, wird es bis zur WM vor allem darum gehen, die Konkurrenz über die wahre Stärke im Unklaren zu lassen. Jürgen Klinsmann plant daher ein breit angelegtes Täuschungsmanöver. Gemeinsam mit seinem Trainerstab hat er sämtliche Weltmeisterschaften seit 1934 analysiert und ist dabei zu der Erkenntnis gelangt, dass die Nationalmannschaft immer dann erfolgreich war, wenn ihr niemand etwas zugetraut hat.

Verlieren ist der Schlüssel zum Erfolg. Im Moment jedenfalls.

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