Sport : „Wir wollen den Rekord behalten“ Ingo Usbeck über Hansa auf Tasmanias Spuren

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Herr Usbeck, Ihr Rekord ist in Gefahr. Wenn Hansa Rostock heute gegen Borussia Dortmund verliert, ist das die neunte Heimniederlage in Folge. Sie haben damals nur acht hintereinander geschafft.

Ich weiß das gar nicht mehr so genau. Wir haben damals alle möglichen Negativrekorde aufgestellt. Da kann man sich nicht an jeden erinnern.

Dabei fing es doch ganz gut an. Das erste Spiel haben Sie sogar gewonnen.

Ja, 2:0 gegen den Karlsruher SC vor 80 000 Zuschauern im Olympiastadion. Ich habe beide Tore geschossen. Aber wir wussten damals schon, wie es um uns bestellt war. Für Berliner Verhältnisse war die Mannschaft ganz gut, für die Bundesliga aber überaltert.

Achtzigtausend – so viele Zuschauer sind später nicht mehr gekommen.

Zum Schluss kamen nur noch 2000 oder 3000 Fans. Und die Hertha-Fans haben uns nur noch ausgepfiffen. Wir waren ja überhaupt nur in der Bundesliga, weil Hertha wegen illegal gezahlter Handgelder die Lizenz verloren hatte.

Hatten Sie denn noch Lust anzutreten, wenn Sie schon ahnten, dass es wieder ein 0:5 oder 0:6 geben würde?

Die Stimmung war immer gut. Wir haben vieles mit Humor genommen. Aber es stimmt, irgendwann hatte ich keine Lust mehr. Und als klar war, dass ich nach Nürnberg wechseln würde, musste ich auch nicht mehr spielen. So konnte ich mir schon eine Wohnung suchen.

Mit Nürnberg sind Sie zwei Jahre später sogar Deutscher Meister geworden.

Ja, aber im zweiten Jahr habe ich leider gar nicht gespielt. Wir hatten mit Max Merkel einen neuen Trainer bekommen, der mich nicht mehr aufgestellt hat.

Haben Sie noch einen Rat für die Rostocker, wie sie ihre Serie beenden können?

Man muss immer weitermachen, darf nie den Kopf hängen lassen. Und man braucht Glück. Ich hoffe, dass Hansa das Spiel gewinnt. Weil ich mir wünsche, dass sie in der Liga bleiben. Aber auch, damit wir unseren Rekord behalten. So bleiben wir noch lange im Gespräch.

Die Fragen stellte Steffen Hudemann.

Ingo Usbeck, 61,

ist mit vier Treffern in der Saison 1965/66

Rekordtorschütze der Berliner Tasmania. Heute spielt der

Rentner für die Traditionsmannschaft von Hertha BSC.

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