Sport : Wladimir Klitschko will K.o. mit Niveau

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Düsseldorf - Spuckattacken und Prügeleinlagen neben dem Ring hat Boxweltmeister Wladimir Klitschko diesmal nicht zu befürchten. „Mormeck ist nicht aus demselben Holz geschnitzt wie Chisora oder Haye“, sagte der Ukrainer vor seinem WM-Kampf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck am Samstag (22.45 Uhr, RTL) in Düsseldorf. Das sollte ein Lob sein. Denn zwei Wochen zuvor beim Kampf seines Bruders Witali in München hatte der Brite Chisora ihm ins Gesicht gespuckt und sich später mit Ex-Champion David Haye geprügelt. „Wir wollen für Niveau sorgen“, versprach der jüngere Klitschko den 50 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena.

Allzu harmonisch wird es in dem 60. Profi-Kampf des 35-Jährigen trotzdem nicht. Nach dem zunächst fast schon zu friedlichem Umgang der beiden Boxer drohte Mormeck, er werde Klitschko das Gesicht zerschmettern. „Ich weiß, dass er nicht gerne getroffen wird. Er hat ein Glaskinn“, sagte der vier Jahre ältere und 17 Zentimeter kleinere Ex-Weltmeister im Cruisergewicht. Die vermeintliche Schwachstelle des seit 2004 ungeschlagenen Klitschkos wird aber schwer zu erreichen sein. „Deswegen versuche ich meine Gegner auszuknocken, bevor sie mein Glaskinn anfassen können, damit es nicht zerbricht“, sagte Klitschko mit einem Anflug von Ironie. Der dreifache Champion von WBO, IBF und WBA arbeitet gleich noch zwei weitere Jubiläen ab: Im 20. WM-Duell soll möglichst der 50. K.o. zum Sieg führen. „Ein K.o. ist der schönste Sieg“, sagte Klitschko. Aber auch wenn der Ukrainer zugibt, es sei schwerer „einen kleinen Gegner zu treffen, als einen großen“, dass er seine Titel verlieren könnte, glaubt kaum einer.

Manche sprechen von einem Kurzeinsatz, der schon nach drei, vier Runden beendet sein könnte. Mormeck hat im Schwergewicht bislang nur magere drei Kämpfe im Schwergewicht absolviert. Gegen Klitschko soll dem in Guadeloupe geborenen Boxer seine mentale Stärke helfen, sich als erster Schwergewichts-Champion seines Landes ein Denkmal zu setzen. Also solches wären Spuck- und Prügelattacken umso unpassender. dpa

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