WM 2006 : Merk absolviert Heimpremiere ohne Tadel

Der deutsche Schiedsrichter Markus Merk hat beim Auftaktspiel zwischen den Niederlanden und Serbien-Montenegro keine Fehler gemacht.

Leipzig - Souverän, schnell und sicher: Seine WM- Heimpremiere hat Schiedsrichter Markus Merk fehlerfrei und ohne Tadel absolviert. Der 44-Jährige aus Kaiserslautern war am Sonntag beim Auftaktspiel der Gruppe C in Leipzig zwischen Serbien-Montenegro und den Niederlanden (0:1) trotz eines unabsichtlichen «Divers» immer auf Ballhöhe. Merk traf stets die richtigen Entscheidungen.

Unter den Augen des Italieners Pierluigi Collina, der vor vier Jahren das WM-Finale geleitet hatte, gab es in den 90 Minuten nur eine Schrecksekunde für den Pfälzer: In der 23. Minute schickte ihn der Niederländer Mark van Bommel mit einem beidhändigen Schubser von hinten bäuchlings auf den Rasen. Nach der folgenden Umarmung der beiden waren auch die Pfiffe der «Oranje»-Fans, die zuvor nach einem Foul an Ruud van Nistelrooy einen Freistoß forderten, vergessen.

Bereits 1:40 Stunden vor dem Anpfiff inspizierte Merk mit seinen Assistenten Christian Schräer (Emsdetten) und Jan-Hendrik Salver (Stuttgart) den aus Holland stammenden Rasen, ehe er eine halbe Stunde vor der Seitenwahl mit der Erwärmung begann. «Das Feuer brennt, ich bin froh, dass es endlich losgeht», hatte Merk vor dem Spiel gesagt. Sekundengenau per Funkuhr pfiff er um 15.00 Uhr das dritte WM-Spiel seiner Karriere an.

In den Anfangsminuten hat er jegliche Härte aus den Zweikämpfen genommen und allein in der ersten Halbzeit 13 Fouls der Niederländer geahndet. Weder bei den Abseitssituationen noch beim 1:0 der Niederländer durch Arjen Robben (18.) gab es Diskussionen. Als Merk dann in der 39. Minute die Akteure per Pfiff zur offiziellen Trinkpause bat, blieb der austrainierte Hobby-Langstreckenläufer im neongelben Outfit ohne Flüssigkeitszufuhr gelassen im Mittelkreis stehen. Erst nach dem Halbzeit-Signal wischte er sich kurz die Schweißperlen von der Stirn.

Nach über 350 Erst- und Zweitligaspiele in der Bundesliga blieb der gelernte Zahnarzt, der bereits das Endspiel der Champions League 2003 sowie das EM-Finale 2004 geleitet hatte, souverän und sicher. Sechs Mal musste er nach Fouls und Unsportlichkeiten die Gelbe Karte zücken. Allerdings hätte Goran Gavrancic in der Schlussminute nach einer Notbremse auch die erste Rote Karte im WM-Turnier sehen können. Merk bewies Fingerspitzengefühl - und bekam für die «Gnade» sofort die Glückwünsche per Handschlag von dem Serben. (tso/dpa)

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