Sport : WM 2006: "Tragisch" - Reaktionen aus Südafrika

Hans Brandt

Tränen, tiefe Enttäuschung und Bitterkeit: Südafrika konnte es kaum fassen, als Fifa-Präsident Sepp Blatter "Deutschland" rief. Viele am Kap waren siegesgewiss gewesen, hatten keinen Zweifel, dass Südafrika den Zuspruch für die Austragung der Fußball-WM 2006 erhalten würde. Kommentatoren, Sportler und Politiker waren sich einig, dass wieder einmal der reiche Norden dem armen Süden eine Ohrfeige verpasst hatte. Der südafrikanische Sportminister, Nkonde Balfour, brach in Zürich in Tränen aus. Ebenso verloren mehrere Journalisten im südafrikanischen Fernsehen die Fassung. Shakes Mashaba, Trainer der südafrikanischen Jugendmannschaft, reagierte mit besonderer Verbitterung: "Europa hat klar gemacht, dass ihm Afrika egal ist." Auch der Sportminister in der Provinz Gauteng äusserte Zweifel an der moralischen Aufrichtigkeit der FIFA-Exekutive. "Da ist immer die Rede von der gleichberechtigten Verteilung der Ressourcen", meinte Mondli Gungubele. "Aber das wurde völlig ignoriert." Der Bürgermeister der Hafenstadt Durban meinte sogar, dass die Entscheidung von Rassismus zeuge.

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