Sport : WM 2010 in Südafrika wird teurer

Regierung: Alle Bauten werden pünktlich fertig

Durban - Das Ende des Bauarbeiterstreiks am neuen Fußball-Stadion in Durban ist in Südafrika mit Erleichterung aufgenommen worden, doch die Weltmeisterschaft 2010 wird für das Land deutlich teurer, als bislang angenommen. Die Kosten für die landesweiten Bauarbeiten werden sich nach jüngsten Berechnungen auf 3,4 Milliarden Rand (etwa 347 Millionen Euro) belaufen und damit um 0,6 Milliarden Rand über dem bislang veranschlagten Budget liegen. Diese Zahlen verkündete der stellvertretende Finanzminister Jabu Moleketi.

Kurz vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen am Sonntag in Durban steigt dennoch der WM-Optimismus. Bei einer repräsentativen Umfrage äußerten sich 63 Prozent der Südafrikaner positiv zum Stand der Vorbereitungen – deutlich mehr als bei der letzten Befragung vor zwei Jahren. Neben dem Neu- und Umbau der zehn WM-Stadien sind das Zug-Projekt „Gautrain“ im Großraum Johannesburg sowie die Subventionen zur Modernisierung der in Südafrika üblichen Minibusse die größten Infrastrukturmaßnahmen. Bis Mitte Dezember will Moleketi Zahlen vorlegen und die Gründe für die Kostenexplosion nennen. Trotz des Anstiegs würden alle Bauvorhaben im Zeitplan fertiggestellt, versicherte der Politiker fünf Tage vor der Auslosungszeremonie, bei der sich Südafrika der Fußball-Welt erstmals als Gastgeber präsentiert.

Nach fast zweiwöchiger Pause waren am Dienstagmorgen die Arbeiten am WM-Stadion in Durban fortgesetzt worden. Zur Frühschicht erschienen 1000 Arbeiter an der Großbaustelle unweit des Indischen Ozeans. Am Vortag hatten sich Gewerkschaftsvertreter mit den Bauherren auf zwei Sonderzahlungen in Höhe von etwa 600 Euro für jeden Arbeiter geeinigt.

Durch die Einigung verhinderten die WM-Gastgeber ein PR-Desaster. In der Hafenstadt werden zum Wochenende etwa 3000 Delegierte und Gäste erwartet. Das Ereignis wird in mehr als 100 Ländern live im Fernsehen übertragen. Eine drohende Ausweitung des Streiks auf alle zehn Stadionbaustellen des Landes hätte erneut massive Zweifel an der WM-Tauglichkeit Südafrikas heraufbeschworen. Nach Angaben des Organisationskomitees sind die Bauprojekte im Zeitplan, auch das Moses-Mabidha-Stadion (70 000 Zuschauer, mit Potenzial zum Ausbau auf 85 000) soll trotz des zwölftägigen Ausstands rechtzeitig fertiggestellt sein. Für die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 werden vier Stadien in Kapstadt, Port Elizabeth, Durban und Nelspruit neu gebaut. dpa

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