WM 2014 : Chile nur zu Beginn stark gegen Australien

Die Chilenen legten gegen Australien los wie aufgezogen und führten schnell 2:0. Doch dann ließen es die Südamerikaner ruhiger angehen - und wurden dafür von einem nie aufsteckenden Gegner fast noch bestraft.

Frühe Führung. Alexis Sanchez trifft rechts ins Eck zum 1:0 für Chile. Foto: AFP
Frühe Führung. Alexis Sanchez trifft rechts ins Eck zum 1:0 für Chile.Foto: AFP

Geheimfavorit Chile hat sich zum Auftaktsieg gezittert. Dank eines frühen Doppelschlags gewannen die hoch eingeschätzten Südamerikaner am Freitagabend (Ortszeit) in Cuiabá gegen Außenseiter Australien mit 3:1 (2:1), müssen sich aber fürs zweite Spiel der Gruppe B gegen gedemütigte Spanier deutlich steigern. Vor 40 275 Zuschauern in der Arena Pantanal trafen Alexis Sánchez in der 12. Minute und Jorge Valdivia (14.) zur frühen chilenischen Führung, Jean Beausejour (90.+2) sorgte in der Nachspielzeit für die Entscheidung.

Tim Cahill (35.) hatte Australiens zwischenzeitlichen Anschlusstreffer erzielt. "Am Anfang hatten wir zu viel Respekt. Aber dann haben wir nicht die Köüfe hängen lassen und sind besser reingekommen. Wir gehen positiv ins nächste Spiel", sagte Cahill. Der Altstar vom Fünften Kontinent erzielte als dritter Spieler nach Robin van Persie und Arjen Robben bei den Fußball-Weltmeisterschaften 2006, 2010 und 2014 jeweils ein Tor.

Chile ließ in schwüler Heimspiel-Atmosphäre seine Stärken zunächst aufblitzen, nach druckvollem Beginn der „La Roja“ kam Australien zunehmend ins Spiel. "Ein 3:1 zu WM-Beginn ist ein gutes Ergebnis", sagte Torschütze Sanchez. Die Südamerikaner können im nächsten Spiel der Vorrundengruppe gegen Weltmeister Spanien am Mittwoch (21.00 Uhr) in Rio de Janeiro den nächsten Schritt ins Achtelfinale machen. Zuvor trifft Australien auf den WM-Zweiten Niederlande, der dem Titelverteidiger beim 5:1 dessen zweithöchste WM-Niederlage überhaupt zugefügt hatte.

Die Chilenen fanden von Beginn an besser ins Spiel und bestraften gleich mit ihren ersten Chancen australische Abwehrschwächen mit überzeugender Effektivität. Charles Aranguiz ließ bei seinem Solo zwei Australier alt aussehen, dann gewann Eduardo Vargas ein Kopfballduell und schließlich vollendete Sánchez vom FC Barcelona. Der Torschütze spielte zwei Minuten später Valdivia frei, der den Ball unter die Latte platzierte. Australiens Defensive präsentierte sich beim ersten Gegentor ungeordnet, beim zweiten orientierungslos.

Australien war fußballerisch unterlegen, konnte aber kämpferisch überzeugen

Nach dem Doppelschlag ließen sich die ballsicheren und kombinationsstarken Südamerikaner etwas zurückfallen. Australien, das der Deutsche Holger Osieck zur WM geführt hatte, nutzte die sich bietenden Räume. Der Match-Plan, über die Außenpositionen Matthew Leckie vom FSV Frankfurt oder Cahill zu bedienen ging einmal auf. Chile ließ eine gute Flanke zu und fing sich prompt den Anschlusstreffer. Leckie flankte auf Cahill, der ehemalige Premier-League-Stürmer stieg am höchsten und köpfte zum 1:2 ein.

Hier offenbarte sich die körperliche Unterlegenheit der Chilenen. Das mit im Schnitt 1,76 Meter kleinste WM-Team war versierter am Ball als die hölzern wirkenden Australier. Die wiederum waren zwar fußballerisch unterlegen, konnten aber kämpferisch überzeugen.

In der zweiten Halbzeit verwaltete Chile den Vorsprung nur noch

Auch nach der Halbzeitpause hatte Chile seine Probleme mit australischen Flanken. Cahills Tor (53.) wurde zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt. Schlussmann Claudio Bravo musste zweimal gegen Mark Bresciano retten. Auf der Gegenseite rettete Alex Wilkinson vor der Linie gegen Chiles Eduardo Vargas. Der Achtelfinalist von 2010 verwaltete nur noch das Ergebnis, beide Teams hatten bei hoher Luftfeuchtigkeit Kräfte gelassen. Viel passierte nicht mehr bis zum Schlusspfiff, ehe Beausejour zuschlug.

Noch keine Akzente setzte Arturo Vidal. Der ehemalige Leverkusener hatte von Beginn an zuletzt am 1. Mai gespielt. Wegen der Folgen einer Knieoperation war der Einsatz des Mittelfeldspielers bis zuletzt ungewiss gewesen. Die Offensivkraft von Juventus Turin ging nach einer Stunde vom Feld.

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