• WM 2014 - Elfmeter in Nachspielzeit: Griechenland nach 2:1 gegen Elfenbeinküste im Achtelfinale

WM 2014 - Elfmeter in Nachspielzeit : Griechenland nach 2:1 gegen Elfenbeinküste im Achtelfinale

Griechenland stand gegen die Elfenbeinküste kurz vor dem WM-Aus. Doch ein Elfmeter in letzter Minute lässt die Südeuropäer jubeln. Didier Drogba scheitert erneut mit der Cote d'Ivoire in der Vorrunde.

Ein Herz für Griechenland. Georgios Samaras (vorn) feiert sein spätes Elfmeter-Tor gegen die Elfenbeinküste.
Ein Herz für Griechenland. Georgios Samaras (vorn) feiert sein spätes Elfmeter-Tor gegen die Elfenbeinküste.Foto: AFP

Mit einem Elfmetertor in letzter Minute durch Georgios Samaras hat Griechenland erstmals ein WM-Achtelfinale erreicht. Der Fußball-Europameister von 2004 kam durch den Treffer des Offensivspielers von Celtic Glasgow in der Nachspielzeit zu einem 2:1 (1:0) gegen die Elfenbeinküste und erreichte damit als Gruppenzweiter hinter Kolumbien die K.o.-Runde. Dort treffen die Griechen am Sonntag (22.00 Uhr) auf die Überraschungsmannschaft Costa Rica. Die Elfenbeinküste schied dagegen mit ihrem Altstar Didier Drogba auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme nach 2006 und 2010 in der Vorrunde aus.

Vor 59 095 Zuschauern im Estádio Castelão fiel die Entscheidung quasi mit der letzten Aktion. Nach einem Foul von Giovanni Sio an Samaras verwandelte der Gefoulte den fälligen Strafstoß eiskalt. Anschließend feierten die Südeuropäer ausgelassen das Weiterkommen, während auf der Gegenseite bittere Tränen flossen. Dabei wähnte sich die Elfenbeinküste nach dem Ausgleichstor von Wilfried Bony bereits im Achtelfinale (74.). Griechenland war in der ersten Halbzeit mit seinem ersten WM-Tor nach 330 Minuten durch Andreas Samaris (42.) in Führung gegangen. "Ich habe nichts gedacht, sondern nur versucht, den Ball ins Netz zu schießen und unseren Leuten etwas Glück zu geben. Ich bin so stolz auf unser Team. Wir hatten auch vor meinem Tor schon große Chancen, aber Latte und Pfosten waren dagegen", sagte Samaras und der frühere Münchner Jose Holebas ergänzte: "Es ist grandios, dass wir weitergekommen sind. Das bedeutet sehr viel für unser Land." Auf der Gegenseite gestand indes Gervinho ein, dass seine Mannschaft viele Fehler gemacht habe: "Wir sind selber Schuld und haben nie ins Spiel
gefunden."

Fußballerisch gehörte das Duell in Gruppe C aber kaum zu den Höhepunkten dieser Weltmeisterschaft. In ihrer typischen Spielweise agierten die Griechen aus einer gesicherten Defensive. Nur selten kam mal Tempo ins Spiel der Südeuropäer.

Didier Drogba steht diesmal in der Startelf der Elfenbeinküste

Aber auch bei den Ivorern zeigte sich, dass die einst goldene Generation ihre beste Zeit hinter sich hat. Die Mannschaft um den 36-jährigen Drogba, der erstmals bei der WM von Beginn an spielen durfte, verfügte zwar über die größeren Spielanteile, agierte aber ideen- und harmlos im Spiel nach vorn.

Es hatte zunächst nicht den Anschein, dass Griechenland seine torlose Zeit wirklich beenden wollte. Trainer Fernando Santos verzichtete sowohl auf den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas als auch auf den außer Form spielenden Stürmer Kostas Mitroglou in der Startformation. Trotzdem waren die Griechen in der ersten Halbzeit die gefährlichere Mannschaft. Bereits in der 33. Minute hatte Jose Holebas mit einem Lattenschuss die große Chance zum 1:0. Kurz darauf war es aber soweit: Nach einem groben Schnitzer von Cheik Tioté war Samaris nach Doppelpass mit Georgios Samaras zur Stelle. Im siebten Länderspiel des Jahres 2014 war es erst das dritte Tor für die Erben Otto Rehhagels.

Griechenland zeigt das beste WM-Spiel, braucht aber einen späten Elfmeter

Dabei hatten die Griechen früh zwei Ausfälle zu verkraften, nachdem erst Panagiotis Kone mit Oberschenkelproblemen (12.) und anschließend auch Torhüter Orestis Karnezis mit Rückenbeschwerden (24.) das Feld verlassen mussten. Die Santos-Elf war wegen der Rotsperre von Kapitän Konstantinos Katsouranis ohnehin schon ersatzgeschwächt in die Partie gegangen. Große Probleme hatten sie mit dem einfallslosen Spiel der Ivorer aber nicht. Einzig Yaya Touré sorgte kurz vor der Pause einmal für Gefahr. Afrikas Fußballer des Jahres kam genauso wie sein Bruder Kolo von Beginn an zum Einsatz, obwohl ihr Bruder Ibrahim fünf Tage zuvor an einer Krebserkrankung gestorben war. Die Elefanten spielten in Gedenken an den 28-Jährigen mit Trauerflor.

Das große Aufbäumen der Afrikaner blieb in der zweiten Halbzeit aus. Zwar übernahm die Mannschaft von Sabri Lamouchi zwar die Spielkontrolle. Gefährlicher waren aber die Griechen bei ihren Kontern. So hätte Lazaros Christodoulopoulos schon für die Vorentscheidung sorgen können, als er zwei Gegenspieler aussteigen ließ, den Ball dann aber neben den Pfosten setzte (54.). Auch Georgios Karagounis mit einem Lattenschuss (68.) und Lazaros mit einem Freistoß knapp neben das Tor (71.) verfehlten das Ziel.

Umso bitterer, dass die Elfenbeinküste quasi aus dem Nichts zum Ausgleich kam. Nach feinem Zuspiel von Gervinho traf Wilfried Bony zum Ausgleich. Doch die Griechen schlugen noch einmal zurück.

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