• WM 2014 - Fifa entscheidet: Thiago Silva weiter gesperrt, keine Strafe für Zúñiga

WM 2014 - Fifa entscheidet : Thiago Silva weiter gesperrt, keine Strafe für Zúñiga

Die Fifa weist Einsprüche des brasilianischen Verbandes ab und wehrt sich gegen Gerüchte, es gäbe geheime Anweisungen an die Schiedsrichter. Unseren WM-Blog, der von früh bis spät dabei war, können Sie hier nachlesen.

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Einspruch abgewiesen. Brasiliens Abwehrchef und Kapitän. Thiago Silva wird das WM-Halbfinale gegen Deutschland wegen seiner Gelbsperre verpassen.
Einspruch abgewiesen. Brasiliens Abwehrchef und Kapitän. Thiago Silva wird das WM-Halbfinale gegen Deutschland wegen seiner...Foto: AFP

22.00 Uhr: An dieser Stelle verabschieden wir uns für heute mit unserem WM-Blog - aber gleich morgen früh geht es weiter. Und es ist ja nicht irgendein WM-Tag morgen, sondern der Tag des großen Habfinals zwischen Deutschland und Brasilien. Wir werden Sie natürlich den ganzen Tag lang von früh morgens an mit allen Infos und Vorberichten rund um die deutsche Mannschaft und das Spiel in belo Horizonte versorgen - und auch die letzten wichtigen fragen vor dem Spiel mit Ihnen diskutieren. Bis dann!

21.40 Uhr: Als Land wird Brasilien gestärkt aus dieser Fußball-WM hervor gehen, glaubt zumindest Präsidentin Dilma Roussef. Das größte Erbe der WM sei, dass das Vertrauen der Brasilianer in ihr Land und dessen Fähigkeit erneuert worden sei. Brasilien gehe aus der Weltmeisterschaft mit einem „höheren Selbstwertgefühl“ hervor, erklärte Rousseff am Montag, sechs Tage vor dem Finale in Rio, in einem Chat mit Internet-Usern. So wie die „Pessimisten“ beim Erfolg der „Copa“ falsch gelegen hätten, so irrten sie auch bei der Einschätzung der Wirtschaftslage 2014, sagte Rousseff, die am 5. Oktober vor Präsidentschaftswahlen steht. Sie verteidigte auch die Vorbereitung für die WM. Der „Copa“ sei keinerlei Schaden durch verspätete Arbeiten entstanden. „Wir können bei den Olympischen Spielen (2016 in Rio) den unbegründeten Pessimismus wie bei der WM-Vorbereitung nicht wiederholen. Das ist etwas, was wir lernen müssen.“

21.10 Uhr: Einen Tag vor dem WM-Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen Brasilien hat unser WM-Reporter Michael Rosentritt den Nationaltorwart Manuel Neuer zum Interview getroffen. Einige Aussagen vorab, zum Beispiel über eine mögliche Angst vor gelben Trikots und über das Sammeln von "Stadionpunkten" können Sie hier schon einmal lesen, das vollständige Interview dann morgen im gedruckten Tagesspiegel oder schon jetzt in unserem E-Paper

20.30 Uhr: Wer ist hier der WM-Star? Wer es mit Argentinien zu tun bekommt, muss sich natürlich automatisch mit Lionel Messi auseinandersetzen. Die Holländer geben sich vor dem Halbfinale aber trotzdem ganz entspannt, schließlich haben Sie ihren eigenen Top-Spieler dieses Turniers: Arjen Robben. „Messi stoppen?“, fragte Co-Trainer Patrick Kluivert entsprechend rhetorisch. „Auch wir haben Spieler, die eine Partie mit nur einer Aktion entscheiden können. Wie wollen sie Robben aufhalten?“ Nicht nur Lionel Messi, sondern auch Bayerns schier unermüdlicher Flügelsprinter Arjen Robben will im direkten Duell die Krönung seiner Karriere.
Noch kurz vor der Abreise nach São Paulo gab sich der 30-jährige Robben nach Außen hin locker. Ein paar Fan-Fotos mit Rios Christus-Statue als Kulisse im Hintergrund, ein Plausch mit dem Pressesprecher - „wir müssen jetzt schlafen, essen und regenerieren, damit wir am Mittwoch wieder fit sind“, verkündete er dann.

Ob das Trainerteam, frühere Weggefährten oder Helden vergangener Tage - niemand im Oranje-Lager wird müde, den vermeintlichen Vorteil im Aufeinandertreffen der Top-Angreifer zu betonen. „Arjen Robben überstrahlt alle. Er ist zum Beispiel auch besser als Lionel Messi“, verkündete z.B. der zweimalige Vize-Weltmeister Willy van de Kerkhof. „Ich habe vor niemandem Angst. Nein, auch nicht vor Messi“, betonte Innenverteidiger Stefan de Vrij im „Algemeen Dagblad“.

19.50 Uhr: Die Fußballwelt trauert um Alfredo di Stefano. Unseren Nachruf auf den "blonden Pfeil, der einst mit seinem virtuosen Angriffsspiel den Fußball revolutionierte und mit Real Madrid die erfolgreichste Ära im europäischen Vereinsfußball begründete, können Sie hier nachlesen.

Als es Neymar selbst traf, gab es keine Gelbe Karte. Die Arbeit der Fifa-Schiedsrichter ist Diskussionsthema beim Turnier in Brasilien.
Als es Neymar selbst traf, gab es keine Gelbe Karte. Die Arbeit der Fifa-Schiedsrichter ist Diskussionsthema beim Turnier in...Foto: dpa

19.15 Uhr: Und noch eine Niederlage für den brasilianischen Verband vor der Fifa-Disziplinarkommission: Diese wies am Montag einen Antrag auf eine Bestrafung des Kolumbianers Juan Zúñiga durch den brasilianischen Verband zurück. Auch durch Artikel 77 des FIFA-Reglements, der eine nachträgliche Bestrafung in besonderen Fällen ermöglicht, sei keine Grundlage für eine Sanktionierung gegeben, hieß es dazu in einem FIFA-Statement am Montag. Brasiliens Toptorjäger Neymar hatte sich bei einem Foul durch Zúñiga einen Wirbelbruch zugezogen und kann bei der WM nicht mehr spielen.

18.50 Uhr: Wie nicht anders zu erwarten war, bleibt die Gelb-Sperre für Brasiliens Kapitän und Innenverteidiger Thiago Silva bestehen. Der Einspruch des brasilianischen Fußballverbandes (CBF) gegen die Gelb-Sperre des Verteidigers wurde von der Disziplinarkommission der FIFA am Montag nicht zugelassen. Thiago Silva hatte im Viertelfinale gegen Kolumbien seine zweite Verwarnung im Turnier erhalten und muss damit im Halbfinale gegen Deutschland aussetzen. Dagegen hatte die CBF Einspruch einlegen wollen - unter Berufung auf Artikel 77 im FIFA-Reglement, der eine Annullierung von Gelben Karten bei besonderen Vorfällen erlaubt - der nach Ansicht der FIFA-Richter aber nicht vorlag.

18.20 Uhr: Soeben kommt eine traurige Nachricht herein: Fußball-Legende Alfredo di Stefano ist im Alter von 88 Jahren in Madrid gestorben. Der gebürtige Argentinier und spätere Spanier war der unumstrittene Chef des legendären Teams von Real Madrid, das von 1956 bis 1960 fünf Mal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewann.

17. 50 Uhr: Sind die Schiedsrichter bei dieser WM angewiesen worden, weniger schnell die Gelben Karten zu zücken damit es mehr Action und Spektakel gibt? Dies wurde in der Debatte über das Foul an Neymar und das insgesamt ziemlich brutale Viertelfinal-Spiel zwischen Brasilien um Kolumbien auch hier im Tagesspiegel-Forum häufiger unterstellt. Und auch ein Medienbericht deutete die Existenz entsprechender Vorgaben für die Unparteiischen an - doch die Fifa hat diesen Verdacht nun mit klaren Worten zurückgewiesen. „Nur die Idee, dass es einen Geheimplan geben könnte, ist absurd. Man muss nur den gesunden Menschenverstand walten lassen und sich fragen, was das bringen soll“, sagte der Mediendirektor des Fußball-Weltverbandes, Walter de Gregorio, am Montag. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, dass es die Anweisung von Schiri-Boss Massimo Busacca gebe und diese indirekt für die schwere Verletzung von Brasiliens Superstar Neymar verantwortlich gemacht.
„Wir sind dafür da, die Spieler zu schützen. Was für ein Interesse sollten wir haben, für mehr Spektakel die Verletzung von Spielern zu riskieren? Wir alle wollen Neymar spielen sehen“, sagte de Gregorio und bezeichnete den ohne Quelle verfassten Bericht als „Bankrotterklärung für einen Journalisten“. Bei der WM in Brasilien gab es bislang die wenigsten Gelben Karten im WM-Durchschnitt seit dem Turnier 1986. Pro Spiel ist ein Rückgang von etwa einer Gelben Karte pro Spiel im Vergleich zur WM 2010 zu verzeichnen.

Bundestrainer Joachim Löw gestikuliert bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien.
Joachim Löw warnt seine Spieler vor Brasilien, auch wenn der Gastgeber der WM 2014 im Halbfinale gegen Deutschland ohne seinen...Foto: AFP

17.20 Uhr: Hier noch mal - statistisch erfasst - die Stärken der deutschen Mannschaft beim bisherigen Turnierverlauf in Brasilien: PARADEN: Die beste Quote der Torhüter weist Manuel Neuer auf. PÄSSE: Das Team von Bundestrainer Joachim Löw ist der WM-Passkönig. 2938 Zuspiele in Richtung des Teamkameraden gab es, 80 Prozent fanden ihr Ziel. FAIR PLAY: Deutschland und Argentinien sind am fairsten: Das Löw-Team begeht 57 Fouls und sieht viermal Gelb, bei den Südamerikanern sind es 54 unsportliche Vergehen und fünf Verwarnungen. LAUFLEISTUNG: Die deutsche Mannschaft ist im Schnitt 115,3 Kilometer pro Spiel unterwegs. TEAMWERT: Im Vergleich der Marktwerte der Startformationen aus dem Viertelfinale stellt Deutschland mit 305 Millionen Euro das kostspieligste Team. ERFAHRUNG: Am häufigsten stand bislang Deutschland unter den Top Vier. Mehr lesen Sie hier.

17.00 Uhr: Krach zwischen Funktionären und Fußballern. Die niederländische Nationalmannschaft beklagt sich über die Fifa wegen eines Hotelumzugs beim möglichen Finaleinzug bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Sollte Oranje in der Vorschlussrunde gegen Argentinien gewinnen und das Endspiel am Sonntag in Rio de Janeiro erreichen, stünde die bisherige Unterkunft in der brasilianischen Metropole nicht zur Verfügung, sagte Verbands-Direktor Bert van Oostveen. Der Weltverband Fifa habe das Caesar Park Ipanema unter anderem für Ehrengäste und Sponsoren geblockt. „Ich denke, dass es nicht im Sinne des Fußballs ist, wenn Sportler weichen müssen“, klagte der KNVB-Funktionär. „Es ist schade, dass es so kommt. Die Spieler haben sich an das Hotel gewöhnt, sich sehr wohlgefühlt. Und dann müssen sie vor dem wichtigsten Spiel ihrer Laufbahn vielleicht umziehen.“ Wenn man ein Hotel durchgehend bis nach dem Endspiel hätte buchen wollen, wäre dies „auf 900 Metern irgendwo in den Bergen“ gewesen, sagte van Oostveen.

Die Fifa wies die Kritik am Montag zurück. „Der Verband konnte entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Team Base Camp zu verlassen“, erklärte Sprecherin Delia Fischer. Die Niederländer hätten ihr ursprüngliches Hotel nur bis zum 7. Juli gebucht. „Ein Hotel muss anschließend offen sein für andere Gäste.“ Bereits vor vier Jahren in Südafrika habe das Team ebenfalls das Hotel wechseln müssen, erinnerte van Oostveen. Damals hatte die Elftal das Endspiel gegen Spanien in Johannesburg mit 0:1 verloren.

16.50 Uhr: Diese Schuhe! Ist Ihnen das auch aufgefallen? Das aktuelle Schuhwerk der Sportartikelhersteller sieht bisweilen aus, als sei beim Farbdruck die Maschine kaputtgegangen. Wir sehen grün-gelb-orangene Oberflächen oder ein geschecktes Gemisch aus Weiß, Rot und Violett. Gerne auch beides gleichzeitig. So dass bei manchen Spielern der Eindruck erweckt wird, man habe in der Eile kein passendes Paar gefunden. Was ja eigentlich auch egal ist. Nur dass es für den mitfiebernden Zuschauer zunehmend schwieriger wird, die Schönheit eines Tores, die Raffinesse eines Tricks angemessen zu bewundern, weil der Blick immer wieder auf die grellen Punkte an den Füßen gelenkt wird. Dadurch gerät die Gesamterscheinung der Spieler unvorteilhaft aus der Balance. Sie haben es schon gemerkt, unser WM-Kolumnist Frank Lüdecke beschäftigt sich diesmal mit den von Lady Gaga inspirierten Schuhen an den Füßen unserer Helden.

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