• WM 2014 - Finale gegen Argentinien: Lionel Messi ist die größte Herausforderung für Deutschland

WM 2014 - Finale gegen Argentinien : Lionel Messi ist die größte Herausforderung für Deutschland

Deutschland ist gegen Argentinien im Finale Favorit. Nur Lionel Messi bereitet größeres Kopfzerbrechen. Kann man den Superstar ausschalten oder wird sein Leistungsvermögen womöglich überschätzt? All das und mehr im WM-Blog vom Donnerstag.

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Die deutsche Mannschaft wird alles tun, damit Messi am Sonntag nichts zu lachen hat.
Die deutsche Mannschaft wird alles tun, damit Messi am Sonntag nichts zu lachen hat.Foto: dpa

23.45 Uhr: Und das war es für heute vom WM-Blog. Auch am Freitag sind wir wieder von früh bis spät mit aktuellen Nachrichten rund um das Turnier in Brasilien für Sie da. Bis dahin eine gute Nacht!

23.30 Uhr: Brasiliens Star Neymar ist im gelben Nationaltrikot mit Unterschriften seiner Mitspieler zu seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem WM-Aus erschienen, berichtet dpa. "Natürlich schmerzt es, es wird für sehr lange Zeit schmerzen, aber es wird auch vorübergehen", sagte der 22-Jährige bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Trainingscamp in Teresópolis zur Lage beim Rekord-Weltmeister nach dem 1:7-Debakel gegen Deutschland. "Es werden bessere Tage kommen, und wir tun alles, um dem brasilianischen Volk die Freude zurückzubringen und vor allem zurück in unsere Gesichter."

23.00 Uhr: Während sich Deutschland und Argentinien auf das WM-Finale vorbereiten, bleibt den Holländern um Arjen Robben wieder mal nur der Frust. Auch bei der zehnten WM-Teilnahme fährt Oranje ohne Titel nach Hause. An Robben hat es nur bedingt gelegen, eher muss sich Trainer Louis van Gaal ob seiner Taktik im Halbfinale hinterfragen lassen. Mehr hier zum Scheitern der Niederlande von 11Freunde-Reporter Tim Jürgens.

22.20 Uhr: Auf der DFB-Pressekonferenz wurde heute natürlich auch gezielt nach Messi und der Auseinandersetzung mit dem besten Argentinier gefragt. "Natürlich ist er ein fantastischer, außergewöhnlicher Spieler, der zu den besten der Welt zählt. Wie bei Cristiano Ronaldo müssen wir im Kollektiv gegen ihn spielen, nicht im Eins-gegen-Eins", sagte Benedikt Höwedes. Und Co-Trainer Hansi Flick meinte: "Wir haben natürlich auch alle verfolgt, wie die Holländer Messi in Schach gehalten haben. Wir haben mit Sicherheit auch einen Plan, den werde ich nicht verraten", sagte Flick. Und vor vier Jahren hat das ja im WM-Viertelfinale beim damaligen 4:0 gegen Argentinien ganz gut geklappt (siehe Fotostrecke unten).

WM 2010: Deutschland zerlegt Argentinien
Ein Traum: Nach dem beeindruckenden Sieg gegen Argentinien spielt Deutschland um den Titel.Weitere Bilder anzeigen
1 von 34Monage-Tsp
03.07.2010 15:23Ein Traum: Nach dem beeindruckenden Sieg gegen Argentinien spielt Deutschland um den Titel.

21.50 Uhr: Argentiniens Superstar Lionel Messi ist kein Freund großer Worte - damit unterscheidet er sich zum Beispiel von seinem großen Landsmann Diego Maradona. Nach dem Halbfinalsieg gegen Holland äußerte er sich nur auf seiner Facebook-Seite. Er stellte ein Foto von der Dopingkontrolle ins Netz und schrieb dazu u. a.: "Ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein. Es ist ein Wahnsinn. Wir sind im Finale! Nun bleibt uns noch ein weiterer Schritt." Messi hat bei der WM vier Tore erzielt und dazu im Elfmeterschießen im Halbfinale getroffen. Auf ihn wird es gegen Deutschland ankommen - auch im umgekehrten Sinne. Denn schaltet die DFB-Elf den besten Offensivspieler der Argentinier aus, droht dem eigenen Tor vermutlich nur wenig Gefahr. Andererseits gelang das der deutschen Mannschaft 1986 gegen Maradona auch ganz gut, doch dessen Kollegen nutzten den Freiraum und am Ende hieß es 3:2. Vier Jahre später klappte dann nicht nur die Bewachung von Maradona, auch das 1:0-Ergebnis im Finale passte. Wie also soll Deutschland gegen Argentinien im Finale spielen und soll Messi einen Sonderbewacher bekommen? Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!

21.20 Uhr: Noch nie hat eine europäische Mannschaft auf amerikanischen Kontinent den WM-Titel gewonnen. Außerhalb von Brasilien haben die Argentinier in Südamerika deshalb im Finale viele Anhänger. So twitterte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño: "Kämpft im Finale als Vertreter von unserem Lateinamerika und der Karibik." So wie er denken viele auf dem Kontinent. Allerdings gab es vor der WM in Südafrika eine ähnliche Statistik, denn bis 2010 hatte noch nie eine europäische Mannschaft außerhalb von Europa die Weltmeisterschaft gewonnen. Spanien durchbrach diesen Trend. Gelingt Deutschland das am Sonntag in Rio nun auch?

20.15 Uhr: Zum Finale am Sonntag gibt es übrigens einen neuen Ball. Brazuca kommt beim Duell gegen Argentinien in einem neuen optischen Design daher (siehe Tweet). Die blauen und orangene Applikationen wurden für das entscheidende Spiel im Maracanã von Rio de Janeiro durch goldene Streifen ersetzt, die grünen Elemente sind etwas heller als auf den bisher verwendete Bällen. Der Schriftzug „brazuca final rio“ deutet zudem auf die Bedeutung der Partie hin.

19.45 Uhr: Brasilien muss nicht nur das 1:7 gegen Deutschland verarbeiten, sondern auch noch die Tatsache, dass ausgerechnet Erzfeind Argentinien im Finale von Rio steht. Unser WM-Reporter Sven Goldmann versucht sich dem Phänomen der gegenseitigen Abneigung zwischen den beiden südamerikanischen Staaten zu nähern - und erklärt, warum Deutschland im Endspiel 200 zusätzliche Fans hat. Seinen Artikel lesen Sie hier.

19.20 Uhr: Die deutschen Spieler verrichten derweil schon wieder Schwerstarbeit - Autogramme schreiben ist angesagt (siehe Tweet). Und packen, denn die Mannschaft verlässt das Campo Bahia am Freitag und zieht weiter nach Rio, um sich am Endspielort auf das Spiel gegen Argentinien vorzubereiten.

19.10 Uhr: Kanada will sich um die Ausrichtung der Fußball-WM 2026 bewerben, meldet dpa. "Mit der Frauen-WM 2015 werden wir alle großen FIFA-Turniere außer der WM ausgerichtet haben. 2026 ist eine großartige Gelegenheit, bis an die Grenze zu gehen", sagte der Organisationschef des Frauen-Turniers 2015, Victor Monatgliani, am Donnerstag in Rio de Janeiro. Die FIFA vergibt das Turnier in zwölf Jahren allerdings erst 2019. Bewerben können sich Länder aller Konföderationen außer aus Europa und Asien, da die Turnier 2018 an Russland und 2022 an Katar vergeben sind. Auch die USA und Mexiko gelten als potenzielle Bewerber. Aus Südamerika wird eine gemeinsame Bewerbung von Uruguay und Argentinien für das Turnier 2030 - zum 100. Geburtstags des Premierenturniers in Uruguay - erwartet.

18.30 Uhr: Und wie hat eigentlich Neymar das Spiel gegen Deutschland verfolgt? Angeblich konnte er es nicht bis zum Schluss ertragen - und hat sich mit Kartenspielen abgelenkt. "Er hat den Fernseher ausgemacht und gesagt: Verdammt, ich möchte diesen Mist nicht mehr sehen. Lasst uns Poker spielen!", berichtete Juca Kfouri vom Internetportal UOL, Brasiliens bekanntester Fußball-Kolumnist. Neymar schaute die Begegnung zu Hause in Guaruján mit Freunden und Familie. Neymars Mutter Nadine habe während der Blamage der Seleção geweint, Neymar selbst aber nicht, so die Medien. Der 22-Jährige habe vor allem seinen Kumpel David Luiz bedauert; der Innenverteidiger war an jenem Abend erstmals Kapitän der Auswahl. "Armer David! Wie wird dieser Kerl leiden", habe Neymar gesagt. Das einzige Tor Brasiliens durch Oscar habe er gar nicht mehr vor dem Fernseher erlebt.

18.20 Uhr: Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo hat die demütigende 1:7-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Deutschland als "Unfall" bezeichnet. An der historischen Vormachtstellung des brasilianischen Fußballs habe das Ergebnis vom Dienstagabend in Belo Horizonte aber nichts geändert. Beleg sei die Bilanz von 12:5 Siegen für die Seleçao gegen die DFB-Auswahl. "Das Ergebnis hat seine Gründe. Es wird eine tiefe Narbe hinterlassen. Wir müssen unsere Lektion lernen und versuchen, die Fehler zu korrigieren", sagte Rebelo am Donnerstag in Rio de Janeiro. Auch mit der nationalen Erniedrigung durch die 1:2-Niederlage bei der Heim-WM 1950 gegen Uruguay sei das Resultat gegen die DFB-Elf nicht vergleichbar. "Der Kader damals war viel besser als der heutige. Das waren unglaubliche Spieler. Und es war ein Endspiel. Von dem Team, das gegen Deutschland verloren hat, dachte man, es könne Weltmeister werden. Das habe ich auch gedacht. Aber es war nicht eine so große Überraschung, dass sie gegen Deutschland verloren haben", sagte Rebelo.

Sieht so die Vormachtstellung von Brasilien aus? Nach dem 1:7 gegen Deutschland sind zumindest Zweifel angesagt.
Sieht so die Vormachtstellung von Brasilien aus? Nach dem 1:7 gegen Deutschland sind zumindest Zweifel angesagt.Foto: Reuters

18.00 Uhr: Mehr von Benedikt Höwedes und seiner Rolle als linker Verteidiger: "Ich spiele auf einer Position, die ich nicht gelernt habe. Und trotzdem glaube ich, helfe ich der Mannschaft da schon weiter mit meiner defensiven Präsenz." Er habe "ein bisschen gebraucht, in die Position hineinzufinden. In der Hauptsache geht es für mich darum, meine defensiven Qualitäten einzubringen". Und was hat er sich für das Finale vorgenommen? "Es
ist eine Riesensache für mich, die gerade hier stattfindet. Der Höhepunkt wird dieses Finale sein. Wir wollen unbedingt gewinnen. Wir wollen Weltmeister werden."

17.25 Uhr: Sein Mannschaftskollege Benedikt Höwedes meinte wie Hansi Flick, dass die Nationalelf nicht davon ausgeht, dass nun alles von selbst läuft. Auch wenn ihnen momentan viele auf die Schulter klopfen würden. "Wir müssen konzentriert in das Spiel hinein gehen und die taktischen Vorgaben punktgenau umsetzen", sagte er. Zum Thema Standardsituationen sagte er außerdem, dass "harte Arbeit" dahinter stecke.

17.10 Uhr: Miroslav Klose glaubt, dass die deutsche Mannschaft die WM gewinnen kann. Wie seine Pläne bezüglich der Nationalmannschaft nach dem Finale aussehen, wisse er aber noch nicht. "Ich kann leider noch", sagte er den Journalisten am Donnerstag. Bei einem Sieg könne er aber erst einmal für nichts garantieren. "Da kommt dann das Feierbiest in mir raus." Klose war bereits 2002 beim verlorenen WM-Finale gegen Brasilien dabei. Die beiden Endspiele könne man nicht miteinander vergleichen, erklärte der 36-Jährige.

Jubel auf der Fanmeile nach dem Sieg gegen Brasilien
Deutschland hat mit 7:1 gewonnen: Auf der Fanmeile können es die Anhänger der deutschen Mannschaft kaum glauben. Wir zeigen das Geschehen vor dem Brandenburger Tor in Bildern.Weitere Bilder anzeigen
1 von 11Foto: Reuters
08.07.2014 21:47Deutschland hat mit 7:1 gewonnen: Auf der Fanmeile können es die Anhänger der deutschen Mannschaft kaum glauben. Wir zeigen das...

17.00 Uhr: Sollte Deutschland am Sonntag Weltmeister werden, will die Mannschaft den WM-Titel mit den Fans in Berlin feiern. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mit. Die Feierlichkeiten sind für Dienstagvormittag (15. Juli) geplant. "Die Fanmeile wäre ein idealer Ort, um sich im Falle eines WM-Gewinns bei den Fans in ganz Deutschland für die sensationelle Unterstützung zu bedanken, allein schon weil am Brandenburger Tor ausreichend Platz ist", erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

16.47 Uhr: Auf der heutigen DFB-Pressekonferenz sagte Co-Trainer Hansi Flick, dass alle Spieler im Training seien. Auch der am Knie angeschlagene Mats Hummels. Nach der 7:1-Halbfinal-Gala gegen Brasilien sei die deutsche Mannschaft außerdem stark und klug genug, um sich nicht von der Favoritenrolle leiten zu lassen, betonte Flick: „Wir müssen versuchen, mit kluger Taktik, Einsatz und Willen, das Spiel für uns zu entscheiden.“ Von den hohen Erwartungen versuche die Mannschaft sich davon nicht beeinflussen zu lassen und ruhig zu bleiben: "Wenn wir so fokussiert sind wie beim Spiel gegen Brasilien, dann haben wir gute Möglichkeiten." Zur speziellen Personalie Toni Kroos sagte Flick zudem: "Er hat in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung durchgemacht, vor allem was seine Schusstechnik und Ballsicherheit betrifft." Mit Erinnerungen an die vergangenen WM-Finals beschäftige man sich nicht, unterstrich Flick: „Viele wühlen die Vergangenheit auf, das ist nicht unser Anliegen.“

Suárez war nach seiner Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden.
Suárez war nach seiner Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und für vier Monate von allen...Foto: Reuters

16.32 Uhr: Die Fifa hat den Einspruch von Uruguays Fußball-Verband gegen die Sperre von Luis Suárez zurückgewiesen. Wie der Weltverband mitteilte, bestätigte die Berufungskommission die Entscheidung der Disziplinarkommission vom 25. Juni. Suárez war nach seiner Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden. Damit ist Suárez nicht nur für die komplette Copa América 2015 gesperrt, sondern fehlt auch mindestens in den ersten beiden Qualifikationsspielen zur WM 2018 - je nachdem, wie erfolgreich Uruguay bei der Copa spielt.

Der Profi des FC Liverpool steht derzeit in Verhandlungen mit dem FC Barcelona über einen Wechsel in diesem Sommer. Die Sperre steht einem Transfer aber nicht entgegen - Suárez dürfte dann nur bis Ende Oktober nicht spielen. Der nun abgelehnte Einspruch gegen die Sperre ist noch nicht endgültig. Spieler und Uruguays Verband können noch vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen.

16.13 Uhr: Endlich hat Messi die Chance, Weltmeister zu werden. Doch so groß die Freude darüber ist, so groß ist auch der Respekt vor dem Endspiel-Gegner. Viel Zeit zum Feiern hatte sein Trainer Alejandro Sabella den Argentiniern deswegen nicht gewährt. Das Finale gegen Deutschland werde „extrem schwer“, klagte der Coach. „Wir haben einen Tag weniger zur Vorbereitung und dann auch noch eine Verlängerung sowie ein Elfmeterschießen in den Knochen.“ Und Messi? Er schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Wir sind im Finale!! Was für ein Wahnsinn. Was für ein heldenhaftes Spiel."

Der Star des Spiels gegen die Niederlande war allerdings nicht er, sondern Torwart Sergio Romero. Lange stand er in der Kritik. Dann sichert er Argentinien den Finaleinzug – und trifft damit seinen Förderer Louis van Gaal. Ohne ihn hätte es den neuen WM-Helden ironischerweise wohl nicht gegeben.

15.41 Uhr: Ein junger Argentinier ist an einem Herzinfarkt gestorben, während er das Elfmeterschießen im WM-Halbfinale zwischen Argentinien und den Niederlanden auf einer Großleinwand verfolgte. Der 16-Jährige sprang feiernd auf und fiel ohnmächtig zu Boden, nachdem Torwart Sergio Romero in São Paulo den ersten Elfmeter der Niederländer gehalten hatte, wie die Zeitung „El Liberal“ am Donnerstag berichtete. Der Jugendliche sah das Spiel mit Freunden auf einer Großleinwand auf dem Hauptplatz der Stadt. Im örtlichen Krankenhaus stellten die Ärzte seinen Tod durch Herzinfarkt fest.

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