• WM 2014 im Live-Blog: Chile zu stark, Spanien draußen: Die "rote Furie" war zu zahm

WM 2014 im Live-Blog : Chile zu stark, Spanien draußen: Die "rote Furie" war zu zahm

Der WM-Tag war bestimmt vom Aus des Weltmeisters: Nach einem 0:2 gegen Chile ist Spanien sensationell schon in der Gruppenphase gescheitert. Holland stolpert fast gegen Australien - und Mats Hummels hofft noch auf seinen Einsatz gegen Ghana.

von , und Julian Graeber, David-Emanuel Digili
Am Boden: Spaniens Sergio Busquets.
Am Boden: Spaniens Sergio Busquets.Foto: afp

02.10 Uhr: Mit dem Ergebnis von 0:4 zwischen Kamerun und Kroatien endet dieser WM-Tag. Den Spielbericht gibt es hier. Ansonsten sagen wir auch von dieser Stelle gute Nacht und bis zum nächsten WM-Blog, den unser Kollege Markus Hesselmann morgen ganz früh startet.

01.05 Uhr: Glücklose Ballkünstler: Das überraschende Ausscheiden der Spanier haben wir für Sie noch einmal in einer Bildergalerie aufbereitet.

00.40 Uhr: "Ich meine, da aus dem Augenwinkel vielleicht etwas gesehen zu haben" - ARD-Kommentator Tom Bartels, mit Durchblick zur Tätlichkeit von Kameruns Alex Song.

23.58 Uhr: Erholt von der WM-Sensation? Dann gehts auf ins Mitternachtsspiel (mitteleuropäischer Zeit): Kamerun trifft auf Kroatien - das Spiel können Sie bei uns im Live-Ticker verfolgen.

23.35 Uhr: Für Chiles Schlussmann Claudio Bravo war es ein doppelt erfolgreicher Abend: Der Wechsel des Keepers zum FC Barcelona soll spanischen Medienberichten zufolge perfekt sein. Noch während des 2:0-Siegs der Chilenen gegen den entthronten Titelverteidiger Spanien bei der WM in Brasilien wurde dies auf den Onlineseiten von „Sport“ und „Mundo Deportivo“ berichtet.

Demnach soll Barcelona für den Spielführer der chilenischen „Roja“ zwölf Millionen Euro an Real Sociedad San Sebastian für den Wechsel bezahlen. Über den Transfer wird seit Wochen spekuliert. Eine Bestätigung durch den Verein soll es laut der Berichte in Kürze geben. Bravo würde beim FC Barcelona Konkurrent des ebenfalls neu von Borussia Mönchengladbach verpflichteten Marc-Andre ter Stegen.

23.05 Uhr: Das Spiel ist aus, der Weltmeister draußen, die große Sensation perfekt: Ideenlose Spanier scheitern in der Gruppenphase - zuletzt musste Italien 2010 als amtierender Weltmeister nach der Vorrunde die Segel streichen. Chile erwies sich als zu stark, zu frisch, zu abgeklärt für die Iberer. Den kompletten Spielbericht finden Sie hier.

22.55 Uhr: Die Sensation ist nur noch wenige Momente der Nachspielzeit entfernt - Spanien beißt sich an starken Chilenen die Zähne aus und findet kein Mittel. Der Titelverteidiger scheidet schon in der Vorrunde aus. Verfolgen Sie die letzten Momente des Spiels bei uns im Live-Ticker

22.25 Uhr: Wie war das mit "himmelhoch jauchzend" und "zu Tode betrübt"? Die Homepage des chilenischen Fußballverbandes hat dem Ansturm während des WM-Gruppenspiels gegen Weltmeister Spanien nicht standgehalten, meldet die dpa. Nach dem Traumstart in die Partie und einer 2:0-Halbzeitführung war die Seite am Mittwoch zwischenzeitig nicht mehr aufrufbar. Zur spanischen Website gab es noch keine Meldung.

22.00 Uhr: 45 Minuten trennen die Spanier noch vom dramatischen Vorrunden-Aus - da ist Tempo geboten bei Diego Costa, Iniesta und Co.. Englands Keeper Joe Hart wäre da ein gutes Beispiel für "schnelles Spiel" - also, von der, nun, sehr individuellen Ausdrucksweise des ManCity-Schlussmanns im Spiel gegen Italien mal abgesehen:

Verfolgen Sie die zweite Halbzeit bei uns im Live-Ticker.

21.15 Uhr: Turbulent geht es übrigens auch bei Hellas zu: Laut griechischen Medienberichten hatte Giannis Maniatis nach einem Verbalscharmützel mit Georgios Tzavellas bereits ein Ticket für den vorzeitigen Rückflug gebucht, konnte aber von Teamkollegen zum Bleiben überredet werden. Der Verband bestätigte den Vorfall vor der Abreise zum Spielort nach Natal zunächst nicht.

Turbulentes Training: Ordner im Maracana-Stadion drängen die chilenischen Fans zurück auf die Tribüne.
Turbulentes Training: Ordner im Maracana-Stadion drängen die chilenischen Fans zurück auf die Tribüne.Foto: dpa

Schon zuvor hatte Sokratis gereizt auf die Kritik aus der Heimat reagiert. "Die griechischen Fans sollten wissen, dass wir unsere Fehler als erstes erkennen. Es ist nicht richtig, dass in diesem Land immer alles sofort platt gemacht wird, gerade, wenn wir noch am Anfang einer wichtigen Sache stehen", schrieb der 26-Jährige auf Facebook.

20.45 Uhr: Turbulente Tage für die Spanier und die Chilenen: Trainer Vicente Del Bosque krempelt nach dem 1:5 gegen die Niederlande die Mannschaft um - und lässt Spaniens Idol Xavi im zweiten Gruppenspiel erst einmal auf der Bank. Auch Verteidiger Gerard Piqué spielt nicht von Anfang an - es geht für den Weltmeister schon um alles. Unser Autor Sebastian Stier hatte schon am Nachmittag über das Problem der Mannschaft mit ihrem alternden Regisseur geschrieben. Pedro und Bayerns Javi Martinez stehen dafür in der Anfangself. Wie sehen Sie die Chancen der Spanier?

Die Chilenen indes haben ganz andere Probleme: Vor dem WM-Spiel heute in Rio haben Fans der "Roja" für einen Riesen-Tumult gesorgt. Mehrere Dutzend Anhänger stürmten am Mittwoch den Medienbereich des Maracanã-Stadions und lieferten sich Jagdszenen mit den Sicherheitskräften. Dabei wurden Schränke und Wände zerstört, die Situation war erst nach mehreren Minuten einigermaßen unter Kontrolle. Die Fans waren offenbar durch den Medieneingang ins Stadion eingedrungen, eine Vielzahl von ihnen wurden vorübergehend festgehalten. "Wir waren bereit, 1000 Reais (330 Euro) für ein Ticket zu zahlen, aber wir haben keins bekommen. Dann haben wir entschieden, dort einzudringen", sagte ein chilenischer Fan der Zeitung "Estado de São Paulo".

Chile - Spanien: Das Spiel können Sie ab 21 Uhr bei uns im Live-Ticker verfolgen.

Umstritten: Hollands Janmaat (r.) soll den Ball absichtlich mit der Hand gespielt haben.
Umstritten: Hollands Janmaat (r.) soll den Ball absichtlich mit der Hand gespielt haben.Foto: afp

20.10 Uhr: Das ging ja gerade noch mal gut für "Oranje" - und fast hätte ein umstrittener Handelfmeter das Spiel zugunsten der Australier entschieden. ARD-Kommentator Steffen Simon betonte nach Sichten der Zeitlupe sofort, Hollands Verteidiger Janmaat hätte den Ball ja absichtlich mit der Hand gespielt und vor allem: seine Körperfläche vergrößert. Simon zitiert damit einen weit verbreiteten Irrtum. Ein Auszug aus dem offiziellen DFB-Regelbuch:

"Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt. Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand), die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel), die Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen.), das Berühren des Balls durch einen Gegenstand in der Hand des Spielers (Kleidung, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt, das Treffen des Balls durch einen geworfenen Gegenstand (Schuh, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt."

Eine "Vergrößerung der Körperfläche" spielt also keine Rolle, allein die Absicht. Bleibt nur die Frage, ob Hollands Daryl Janmaat den Ball denn wirklich "absichtlich" mit der Hand berührt hat...
Was meinen Sie? Wie haben Sie die strittige Szene gesehen?

19.50 Uhr: Es läuft dann doch für Louis van Gaal und die Niederlande: 3:2 gegen giftige, gallige Australier gewonnen (wie, fragt später niemand mehr...) - und der Bondscoach hatte sogar freie Sicht auf den Sieg: Nachdem der 62-Jährige am Dienstag noch die Position der Ersatzbänke im WM-Stadion von Porto Alegre kritisiert hatte, konnte der niederländische Fußball-Nationaltrainer heute die Partie seines Oranje-Teams gegen Australien ohne Schwierigkeiten verfolgen. Die Kameraposition, die ihm ursprünglich die Sicht auf das Spielfeld verbaute, war nach der Beschwerde verschwunden, wie die Tageszeitung „De Telegraaf“ auf ihrer Homepage berichtete. Van Gaal konnte das Spiel daher wie gewohnt im Sitzen verfolgen, wie es seine Art ist.

Und noch ein Fan: Auch Pélé lobt Bundestrainer Joachim Löw.
Und noch ein Fan: Auch Pélé lobt Bundestrainer Joachim Löw.Foto: dpa

19.25 Uhr: Noch mal Trainer: Auch Brasiliens Kicker-Grande Pélé reiht sich ein in die illustre Liste der Löw-Bewunderer: "Er macht einen tollen Job, er ist ein toller Taktiker", sagte der 73-Jährige in der Sport Bild. "Er sollte
kontinuierlich weiter mit der Mannschaft arbeiten. Es geht ja nicht nur um ein Turnier. Ich finde es wichtig, wenn ein Trainer langfristig arbeitet."

18.57 Uhr: Optimal lief es nicht im ersten Durchgang für die Niederlande - was Trainer Louis van Gaal seinen Spielern in der Halbzeitpause mit auf den Weg gibt? Vielleicht nimmt er sich ja ein Beispiel an den Japanern - die achten bei ihrem italienischen Nationaltrainer Alberto Zaccheroni mehr auf die Gesten als auf die Worte. Zwar hat Zaccheroni einen Dolmetscher, auf den könnten seine Spieler aber auch verzichten: "Wir sprechen kein Italienisch, daher gibt er uns Anweisungen über einen Übersetzer", erklärte Rekordnationalspieler Yasuhito Endo in einem Gespräch mit dem Weltverband Fifa. "Normalerweise verstehen wir aber seine Gestik." Manchmal ist weniger eben doch mehr.

18.25 Uhr: Übrigens müssen wir bei Gelegenheit noch drei Euro fürs Phrasenschwein bei Wesley Sneijder eintreiben: Der niederländische Spielmacher holte vor der Partie gegen Australien die Gebetsmühle heraus und sinnierte: "Gerade bei einer WM muss man von Spiel zu Spiel denken." Und das nächste Spiel ist immer das nächste, gell, Wesley?

17.59 Uhr: Es ist gleich so weit: Socceroos gegen Oranje. Im zweiten Spiel der Gruppe B treffen Australien und die Niederlande aufeinander. Es ist erst das vierte Länderspiel der beiden Verbände - und die "Elftal" konnte noch nie gegen den Fußball-Zwerg gewinnen: In den drei bisherigen Aufeinandertreffen gab es zwei Unentschieden und einen australischen Sieg.

Möglich, dass Bondscoach Louis van Gaal auf der PK vor dem Spiel auch deshalb eher verschnupft auf Taktikfragen der anwesenden Journalisten reagierte. "Es gibt keine Aussagen über Aufstellung und System", schnauzte der 62-Jährige in die Mikrofone, weiß die dpa. Das System sei ein wichtiger Fakt, "und von meinem Kollegen habe ich darüber auch noch nichts gehört", fügte er hinzu.

Das "Feierbiest" läuft also schon jetzt zu Höchstform auf - vielleicht wagt er ja in den kommenden Tagen und Wochen ja auch mal wieder einen, nun, unfreiwilligen Ausflug ins Showgeschäft (und über bissige Kommentare, der Fußball an sich sei ja schon das größte Showgeschäft überhaupt, wollen wir gepflegt den Mantel des Schweigens decken).

17.41 Uhr: In knapp 20 Minuten geht es los: Dann trifft Australien in Porto Alegre auf die Niederlande. Während die Australier beim 1:3 gegen Chile im ersten Spiel etwas Pech hatten, sorgte das Team von Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal für Aufsehen mit seinem 5:1-Sieg über den amtierenden Weltmeister Spanien. Das Spiel können Sie ab 18 Uhr bei uns im Live-Ticker verfolgen.

17.27 Uhr: Die Treppe wankt, aber sie fällt (wohl) nicht. Nach den Klagen über die wankende Zugangstreppe von der Metro-Station zu Rios Maracanã-Stadion ist der Gerüstaufbau verstärkt worden. Vor dem Spiel Spanien gegen Chile an diesem Mittwoch (21.00 Uhr, live bei uns im Ticker) wurden diagonal und horizontal zusätzliche Eisenstangen angebracht, um die Treppe zu stabilisieren, meldet dpa.. Der Aufgang wurde am Sonntag von Tausenden Fans beim Spiel Argentinien-Bosnien (2:1) genutzt.

16.50 Uhr: Eine launige Runde bei der Pressekonferenz in Santo André geht zu Ende. Die einzige einigermaßen handfeste Meldung ist, dass Mats Hummels' Einsatz gegen Ghana weiter auf der Kippe steht. "Wir sind guter Dinge, auch wenn es mit Sicherheit knapp wird", sagte Hans-Dieter Flick am Mittwoch. "Wir rechnen damit, dass Mats spielen kann, wenn nicht, haben wir Alternativen." Philipp Lahm soll weiterhin im defensiven Mittelfeld spielen. Hummels hatte sich beim 2:1 gegen Portugal eine Prellung im rechten Oberschenkel zugezogen.

Mats Hummels muss weiter um seinen Einsatz gegen Ghana bangen.
Mats Hummels muss weiter um seinen Einsatz gegen Ghana bangen.Foto: dpa

16.35 Uhr: In Brasilien nennt man die Position, die Kroos bei der Nationalmannschaft spielt, auch "garçon" - also Kellner. Ein brasilianischer Journalist will von Toni Kroos wissen, ob dieser sich auch so sieht. Kroos antwortet: "Wenn wir abends zusammen sitzen, bin ich nicht so gern der Kellner, da nehme ich lieber die Getränke entgegen."

16.20 Uhr: Derzeit gibt die Nationalmannschaft ihre offizielle Pressekonferenz nach dem Auftaktsieg gegen Portugal. Die Ehre geben sich Toni Kroos und Co-Trainer Hans-Dieter Flick. Kroos wird gefragt, wie er Lukas Podolski, der beim ersten Match etwas überraschend nicht in der Startelf stand, erlebt. "Ganz normal, wie immer", antwortet Kroos. - "Auch mal beim Frühstück?" - "Ja, klar, auch beim Mittag- und Abendessen."

Aha, danke, wir melden uns dann bei Ihnen...

16.15 Uhr: In einem Land vor dem 1. FC Köln: Archäologen haben im Zentrum von Köln Reste eines Fußballschuhs aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ausgegraben, meldet dpa. Der Schuh bestehe nur noch aus einer Sohle mit deutlich erkennbaren Stollen. Er stamme vermutlich aus der Zeit zwischen 1910 und 1945. Wem er gehört. ist nicht endgültig geklärt, allerdings haben wir den passenden Fuß dazu gefunden:

Wem gehört dieser Fuß?
Wem gehört dieser Fuß?Screenshot: Tsp

15.55 Uhr: Nicht alle sind derzeit in alles bejahender WM-Stimmung. Unser Kolumnist Frank Willmann ist zurück von seinem Brasilien-Trip und er ärgert sich über diese Fußball-WM 2014. Über Korruption, Politiker in Fußballstadien und Spieler mit Soldaten. Und trotzdem findet er den Sport wunderschön. Weil er so unberechenbar ist. Frei nach Bob Marley: Fußball ist Freiheit. Seine allwöchentliche Kolumne lesen Sie hier.

15.32 Uhr: Vor 82 Jahren schossen sie noch auf Emus, heute vor 40 Jahren schossen sie kein Tor, doch mittlerweile ist Australien, das heute um 18 Uhr gegen die Niederlande spielt, ein Stammgast bei der Fußball-WM. Les Scheinflug, der Co-Trainer von 1974, erinnert sich hier daran, wie er damals mit einer Amateurtruppe zur WM nach Deutschland reiste.

11 Kommentare

Neuester Kommentar