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WM 2014 in Brasilien : 3:1 - Costa Rica schockt Favorit Uruguay

Fehlstart für den Viertplatzierten der letzten Weltmeisterschaft: Uruguay unterliegt Außenseiter Costa Rica mit 1:3, obwohl zunächst alles nach Plan zu laufen schien.

Brachte Costa Rica mit seinem Treffer zurück ins Spiel: Costa Ricas Joel Campbell. Foto: AFP
Brachte Costa Rica mit seinem Treffer zurück ins Spiel: Costa Ricas Joel Campbell.Foto: AFP

Ohne den geschonten Superstar Luis Suárez hat sich Geheimfavorit Uruguay zum Auftakt der Fußball-WM in Brasilien kräftig blamiert. Der zweifache Weltmeister verlor am Samstag sein erstes Spiel in der Gruppe D in Fortaleza gegen den krassen Außenseiter Costa Rica mit 1:3 (1:0) und steht in den folgenden Partien gegen England und Italien schon mit dem Rücken zur Wand. „Das ist ein hartes Ergebnis, das haben wir nicht erwartet. Nicht auf diese Art und Weise. Solche Tore haben wir in den letzten Jahren nicht kassiert“, bekannte Uruguays geschockter Coach Oscar Tabarez.

Nach der Führung durch Edinson Cavani (24. Minute/Foulelfmeter) drehten Joel Campbell (54.), Oscar Duarte (57.) und der gerade eingewechselte Marco Urena (84.) den Spieß um und versetzten die costaricanischen Fans unter den 58 679 Zuschauern in einen wahren Freudentaumel. „Das ist ein historischer Erfolg für uns. Wir haben eine große Mannschaft besiegt. Wir haben nach dem Rückstand nicht den Kopf verloren. Ich bin sehr zufrieden und glücklich“, kommentierte Costa Ricas Coach Jorge Luis Pinto in der ARD die Sensation.

Schiedsrichter Felix Brych erwies sich bei seinem ersten WM-Einsatz als sicherer Spielleiter. Der 38-Jährige aus München entschied zu Recht auf Strafstoß, als der Mainzer Bundesliga-Profi Junior Diaz Uruguays Kapitän Diego Lugano mit einem Klammergriff zu Boden zog.

Suarez nur auf der Bank

Auch die Entscheidung, das vermeintliche Führungstor Uruguays durch Diego Godin (15.) wegen Abseits nicht anzuerkennen, war korrekt. In der vierten Minute der Nachspielzeit zeigte der Referee dem Uruguayer Maxi Pereira wegen groben Foulspiels die erste Rote Karte im Turnier.
Drei Wochen nach seiner Knieoperation hatte Suárez zwar am Donnerstag erstmals das komplette Training mit der Mannschaft absolviert, doch ein Einsatz von Beginn an schien Tabarez wohl zu riskant. Stattdessen begann der zweimalige Weltmeister mit Cavani und Diego Forlan im Sturm, die jedoch nur selten Torgefahr ausstrahlten.

In der 16. Minute kam Cavani erstmals zum Abschluss, als ihm ein Querschläger vor die Füße fiel. Doch er jagte den Ball weit am Kasten von Keylor Navas vorbei. Vom Punkt erwies sich der Angreifer von Paris St. Germain dagegen zielsicher und verwandelte den Strafstoß mit einem trockenen Schuss neben den Pfosten. Der Favorit versäumte es jedoch, schnell ein zweites Tor nachzulegen.

Vor allem Forlan, mit 35 Jahren der älteste Akteur auf dem Feld, kam bei schwülwarmen Temperaturen um 30 Grad überhaupt nicht richtig ins Spiel. Seine beste Szene hatte der bei Cerezo Osaka spielende Angreifer in der 44. Minute, als Torhüter Navas seinen abgefälschten Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte lenken konnte.

Costa Rica dreht die Partie

Der Außenseiter beschränkte sich beim Start in sein viertes WM-Turnier zunächst auf die Defensivarbeit, setzte aber auch nach vorne Akzente. Bei den „Ticos“ wurde immer wieder der flinke Campbell als Anspielstation gesucht. Der 21-Jährige, vom FC Arsenal an Olympiakos Piräus ausgeliehen, beschäftigte häufig mehrere Gegenspieler und besaß in der 27. Minute die beste Gelegenheit für Costa Rica, als er aus gut 30 Metern nur knapp neben das Gehäuse von Fernando Muslera schoss.

Nach Wiederbeginn wurde Costa Rica noch mutiger. Als Duarte in der 50. Minute aus wenigen Metern frei zum Kopfball kam, lag schon der Ausgleich in der Luft, doch Muslera konnte den unplatzierten Ball entschärfen. Vier Minuten später war jedoch auch der Schlussmann von Galatasaray Istanbul machtlos, als der sträflich unbewachte Campbell nach Flanke von Cristian Gamboa zum 1:1 traf. Dieser Treffer schien den „Ticos“ Flügel zu verleihen. Als Duarte wenig später eine Freistoß-Flanke von Christian Bolanos unbedrängt einköpfen konnte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Erst in der Schlussphase erhöhte der Favorit noch einmal die Schlagzahl, doch Navas erwies sich als unüberwindbar. So demonstrierte er seine Klasse bei einem Kopfball von Cavani (70.). (dpa)

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