WM 2014: Nationalmannschaft : Der starrsinnige Bundestrainer Joachim Löw

Löw plant auch bei dem Spiel gegen Frankreich mit Lahm im Mittelfeld. Das klingt nach Unbelehrbarkeit, nachdem der Bayern-Spieler gegen Algerien ab Mitte der zweiten Halbzeit wieder rechts verteidigt hatte. Und provoziert Widerspruch.

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Wohin mit Philipp Lahm? Diese Frage beschäftigt Deutschland.
Wohin mit Philipp Lahm? Diese Frage beschäftigt Deutschland.Foto: dpa

Für Manuel Neuer haben sich in den letzten Tagen ganz neue berufliche Perspektiven aufgetan. Durchs Internet schwirren gerade diverse Wunschaufstellungen für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, in denen Neuer nicht nur als Torhüter auftaucht, sondern auch auf sämtlichen anderen Positionen in der Defensive. Vielleicht kann der 28-Jährige ja mit Hilfe der Reproduktionsmedizin schon fürs WM-Viertelfinale geklont werden und morgen in Rio zusätzlich als Rechts- und Linksverteidiger auflaufen. Dann hätte sich auch die Diskussion „Wohin mit Philipp Lahm?“ endlich erledigt.

Mitten hinein in die Debatte hat sich nun der Bundestrainer zu Wort gemeldet. „Ich habe meine Entscheidungen getroffen – auch was die Rolle von Philipp Lahm betrifft. Und dazu stehe ich bis zum Schluss“, hat Joachim Löw der Wochenzeitung „Die Zeit“ gesagt. Das klingt nach Unbelehrbarkeit, nachdem Lahm gegen Algerien ab Mitte der zweiten Halbzeit wieder rechts verteidigt hatte. Allerdings hatte Löw das Interview schon vor dem Spiel gegeben. Die aktuellen Entwicklungen konnte er da noch gar nicht kennen.

Widerspruch von Andreas Köpke

Als Vertreter des Trainerstabs hat Andreas Köpke daher gestern dem Eindruck fortgeschrittenen Starrsinns bei seinem Vorgesetzten entschieden widersprochen. „Es geht nicht darum, unsere Meinung durchzuziehen. Wir werden das machen, wovon wir überzeugt sind“, sagte der Torwarttrainer. „Dass Philipp Lahm super auf der rechten Seite spielen kann, bestreitet ja keiner.“

Eine Zwangslage wie gegen Algerien besteht allerdings nicht mehr. Lahm musste für Shkodran Mustafi zurück in die Viererkette. Für Mustafi ist das Turnier wegen eines Muskelbündelrisses beendet. Als Rechtsverteidiger käme gegen Frankreich wieder Jerome Boateng in Frage, der gegen Algerien den erkrankten Mats Hummels im Zentrum ersetzt hat. Der Dortmunder ist ebenso wieder fit wie Lukas Podolski (Zerrung). Und auch Bastian Schweinsteiger soll die Strapazen gut weggesteckt haben.

Derweil geht im deutschen Team offenbar eine kleine Erkältungswelle um. Gleich mehrere Spieler sind derzeit erkältet. "Sieben Spieler sind irgendwie leicht grippeerkrankt", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in Santo André dem ARD-Hörfunk und sprach von "Halsweh". Dies sei auf Faktoren wie Klimaanlagen, Reisestrapazen und unterschiedliche Temperaturen zurückzuführen, meinte Löw und ergänzte: "Ich hoffe, dass es bei allen jetzt gutgeht."

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