WM 2014 - vor Deutschland vs Frankreich : Vor Viertelfinale erkältet: Sieben Nationalspieler leicht erkrankt

Am Freitag geht es zwischen Deutschland und Frankreich um den Einzug ins Halbfinale. Wie Bundestrainer Joachim Löw spielen lassen soll, wird weiter diskutiert. Ein paar kleinere Sorgen hat Löw schon. Vom Gegner gibt es Lob. Das war der Tag im WM-Blog.

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Christoph Kramer konnte am Mittwoch nicht trainieren - Schüttelfrost.
Christoph Kramer konnte am Mittwoch nicht trainieren - Schüttelfrost.Foto: dpa

22.20 Uhr: Am Donnerstag sind wir dann natürlich auch wieder für Sie von früh bis spät mit aktuellen Nachrichten rund um das Turnier dabei. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine gute und diesmal doch recht frühe Nachtruhe!

22.00 Uhr: Für heute war es das von unserem WM-Blog. Wir entlassen sie an diesem spielfreien Tag mit einem ganz besonderen Hingucker. Unser WM-Reporter Sven Goldmann hat auf seinen Reisen von Spielort zu Spielort einige Dinge erlebt und in Bildern festgehalten. Seine Fotostrecke finden Sie hier:

Fotos von unserem WM-Reporter Sven Goldmann
Ein Berliner in Brasilien. Unser WM-Reporter posiert mit Buddybär an der Copacabana.Weitere Bilder anzeigen
1 von 16Foto: Sven Goldmann
02.07.2014 22:21Ein Berliner in Brasilien. Unser WM-Reporter posiert mit Buddybär an der Copacabana.

20.45 Uhr: Der Schiedsrichter für das Duell mit Frankreich steht mittlerweile auch fest. Es wird der Argentinier Nestor Pitana. Für den 39-Jährigen ist es der bereits vierte Einsatz bei der Endrunde in Brasilien. Zuvor hatte der Sportlehrer die Gruppenspiele Russland gegen Südkorea, USA gegen Portugal und Honduras gegen die Schweiz gepfiffen.

19.55 Uhr: Im deutschen Team geht derweil offenbar eine kleine Erkältungswelle um. Gleich mehrere Spieler sind derzeit erkältet. "Sieben Spieler sind irgendwie leicht grippeerkrankt", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in Santo André dem ARD-Hörfunk und sprach von "Halsweh". Dies sei auf Faktoren wie Klimaanlagen, Reisestrapazen und unterschiedliche Temperaturen zurückzuführen, meinte Löw und ergänzte: "Ich hoffe, dass es bei allen jetzt gutgeht." Im Achtelfinale gegen Algerien konnte Mats Hummels wegen eines Infekts nicht mitwirken. "Es ist nicht so schlimm im Moment. Ich will es nicht dramatisieren", sagte Löw.

19.40 Uhr: Interessante Taktik bei Frankreich. Vor dem Spiel am Freitag in Rio de Janeiro gegen Deutschland haben die Spieler ihren Gegner in höchsten Tönen gelobt. "Es ist eine wunderbare Mannschaft", sagte Innenverteidiger Mamadou Sakho am Mittwoch im WM-Quartier in Ribeirão Preto im Südosten Brasiliens. Es handele sich um ein Team, das den Ball sehr gut in den eigenen Reihen zu halten wisse. "Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen", meinte der 24-jährige Liverpool-Profi.

Blaise Matuidi sagte. "Es handelt sich um eine Mannschaft, die in allen Sektoren sehr stark ist. Der Torwart (Manuel Neuer) ist sehr gut, wenn nicht sogar die Nummer eins, sie haben Qualitäten im Mittelfeld, lieben es, den Ball zu halten und das Spiel von hinten aufzubauen, über die Flügel zu kommen. Es handelt sich um eine homogene Mannschaft mit einem großen Torjäger (Thomas Müller), der diese WM genauso prägt wie er das schon 2010 getan hat." Trotzdem wolle man natürlich mit Frankreich gegen Deutschland gewinnen: "Wir sind auch sehr stark und haben Selbstvertrauen", erklärte Sakho.

Mamadou Sakho ist fit für Deutschland.
Mamadou Sakho ist fit für Deutschland.Foto: AFP

19.20 Uhr: Trainer Kwesi Appiah plant die Zukunft der ghanaischen Nationalmannschaft ohne Kevin-Prince Boateng. Appiah will demnach nur noch mit Spielern arbeiten, die "diszipliniert, engagiert und bereit sind, für das Land zu sterben". "Kevin-Prince Boateng ist nicht Teil meiner Pläne", sagte Appiah nach seiner Rückkehr von der WM in Brasilien. Appiah hatte den 27-Jährigen vor dem letzten Gruppenspiel gegen Portugal aus disziplinarischen Gründen suspendiert.

19.00 Uhr: Die WM begeistert bisher auch die Experten von der Fifa. Ein Gremium um den ehemaligen französischen Nationaltrainer Gérard Houllier und den einstigen Bundesliga-Profi Sunday Oliseh spricht gar vom "besten Turnier der Geschichte". Als mögliche Konsequenz des Tempofußballs könnte das Auswechselkontingent bei Spielen in der Verlängerung künftig auf vier Spieler aufgestockt werden. "Es stellt sich uns die Frage, ob wir einen weiteren Auswechselspieler brauchen. Wir werden das erörtern. Das Spiel ist unglaublich schnell geworden", sagte Houllier in einer ersten WM-Bilanz am Mittwoch in Rio de Janeiro. Erstmals seit 1938 gingen fünf Achtelfinal-Partien bei einer WM in die Verlängerung. Bei den WM-Seminaren der Fußball-Konföderationen im Herbst will Houllier den Vorschlag diskutieren lassen. Anschließend müsste das International Football Association Board (IFAB) eine entsprechende Änderung im Fußball-Regelbuch beschließen. Eine Einführung bei einem internationalen Turnier wäre also theoretisch schon bei der EM 2016 in Frankreich möglich.

18.40 Uhr: Nach dem Ausscheiden der eigenen Mannschaft und dem Ende seiner erfolgreichen Trainerkarriere tippt Ottmar Hitzfeld auf Deutschland als neuen Fußball-Weltmeister. „Ich bin ja halber Deutscher. Dann hätte ich am Ende des Turniers wenigstens etwas zu feiern“, sagte der 65-Jährige am Mittwoch bei seiner Abschieds-Pressekonferenz als Schweizer Nationalcoach in São Paulo. Hitzfeld betonte aber auch: „Ich bin halber Schweizer. Von daher wäre es schön gewesen, irgendwann in diesem Turnier auf Deutschland zu treffen und Deutschland rauszuwerfen. Aber das haben wir leider nicht geschafft.“

Im Mittelfeld gesetzt: Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm im WM-Achtelfinale gegen Algerien.
Im Mittelfeld gesetzt: Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm im WM-Achtelfinale gegen Algerien.Foto: dpa

18.25 Uhr: Gegen Algerien gab Christoph Kramer kurz vor Schluss sein WM-Debüt - und hatte sogar eine gute Chance zum 2:0. Jetzt plagt den Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach allerdings Schüttelfrost, weshalb er am Mittwoch nicht mittrainieren konnte. Dass Kramer zu lange mit Per Mertesacker in der Eistonne verweilt hat, ist allerdings nur ein Gerücht. Mats Hummels und Lukas Podolski nahmen hingegen wieder am Mannschaftstraining teil. Damit kann Joachim Löw gegen Frankreich fast aus dem Vollen schöpfen. Nur Shkodran Mustafi, der sich gegen Algerien eine Muskelverletzung zugezogen hatte, ist nicht einsatzfähig.

18.00 Uhr: Bevor der Fokus vollends auf die anstehenden Viertelfinalspiele geht, wollen wir noch einmal die vielen knappen Spiele und mitreißenden Schlussphasen im Achtelfinale würdigen. So mancher Außenseiter stand kurz vor der Sensation, am Ende setzten sich aber doch alle Favoriten durch - nicht wenige von ihnen auf sehr dramatische Art und Weise. Hier ein Rückblick auf die tragischen Helden und unglücklichen Verlierer in Bildern:

Drama im Achtelfinale: So nah dran
So nah dran: Nicht nur Mexiko erlebte im Achtelfinale eine äußerst knappe und schmerzhafte Niederlage. Knappe Entscheidungen und Dramatik gab es in fast jedem der acht Spiele. Sehen Sie hier einen Rückblick in Bildern.Weitere Bilder anzeigen
1 von 21Foto: dpa
02.07.2014 17:55So nah dran: Nicht nur Mexiko erlebte im Achtelfinale eine äußerst knappe und schmerzhafte Niederlage. Knappe Entscheidungen und...

17.50 Uhr: Auf den in der Kritik stehenden Mesut Özil angesprochen sagt André Schürrle, er sei sich sicher, dass dieser seine Form bei dieser WM noch finden wird. Auch Manuel unterstreicht die Bedeutung des Arsenal-Spielers für die deutsche Mannschaft.

17.35 Uhr: Neues aus der Eistonne: Manuel Neuer fand das Interview von Per Mertesacker nach dem Spiel gegen Algerien "Klasse". "Das hätte man nicht besser sagen können" grinste Neuer vom Podium auf der offiziellen Pressekonferenz im Lager der DFB-Mannschaft. Neben ihm saß André Schürrle, der meinte, man solle die Geschichte nicht überbewerten, so direkt nach dem Abpfiff seien halt Emotionen und Adrenalin im Spiel. Und sitzt der Innenverteidiger jetzt tatsächlich drei Tage lang im Eiswasser? "Ich habe ihn vorhin jedenfalls in der Tonne gesehen, so viel kann ich bestätigen" sagte Schürrle lachend.

17.15 Uhr: „Wo sind die Proteste, wo ist der soziale Zorn?“ Fifa-Chef Joseph Blatter hat ein positives Zwischenfazit der Weltmeisterschaft in Brasilien gezogen und sich gegen die im Vorfeld des Turniers häufig geäußerte Kritik gewandt: Diese WM sei „unbestreitbar ein großer Erfolg“. Die internationale Presse habe dies immer infrage gestellt, bemerkte der Schweizer am Mittwoch laut brasilianischen Medienangaben bei einer Veranstaltung in Rio de Janeiro. „Alle haben sich geirrt. Ich sage nicht, dass es perfekt ist. Aber sie haben gesagt, dass die Stadien nicht fertig würden. Sie sind fertig und Brasilien hat heute Kunstwerke als Stadien“, wird Blatter vom „Estado de São Paulo“ zitiert.

Draußen vor der Tür protestierten einige Demonstranten gegen die Fifa und die Milliarden-Ausgaben für die WM. „Es sind noch acht Spiele. Wir werden die Daumen drücken, dass diese Partien das gleiche Niveau und die gleiche Atmosphäre haben wie die anderen“, betonte der Fifa-Boss.

16.40 Uhr: Die deutsche Mannschaft geht heute Nacht übrigens schon wieder auf Reisen. Nach einem Pflegetag im Campo Bahia am Mittwoch bricht das Team von Bundestrainer Joachim Löw zum Finalort Rio de Janeiro auf. „Wir müssen mehr als hundert Prozent geben, um die Franzosen schlagen zu können“, erklärte Neuer.

Bis zur Abreise nach Rio de Janeiro in der Nacht zum Donnerstag deutscher Zeit wird im DFB-Lager daran gearbeitet, die nach 120 intensiven Minuten gegen Außenseiter Algerien geschlauchten Spieler wieder fit zu bekommen. Für die Anstoßzeit in der Mittagssonne von Rio sind mehr als 30 Grad vorausgesagt.

16.10 Uhr: Joachim Löw hält weiter an seinem WM-Plan mit Philipp Lahm im Mittelfeld fest. Den Kapitän würde er nur in einer Ausnahmesituation auf die Verteidigerposition versetzen, sagte der Bundestrainer in einem Interview mit den Kollegen von der "Zeit". „Dieses Szenario beschreibt den Notfall“, so der Bundestrainer. „Wir müssen verhindern, dass der Notfall eintritt. Ich habe meine Entscheidungen getroffen - auch was die Rolle von Philipp Lahm betrifft. Und dazu stehe ich bis zum Schluss.“

Schon gegen Algerien war dieser „Notfall“ eingetreten, als Lahm nach der Verletzung von Shkodran Mustafi rechts hinten aushalf. „Das kann eigentlich nur aus einem Spiel heraus passieren, falls wir auf der rechten Seite ein akutes Problem im Spiel bekommen sollten und ich sage: Okay, jetzt ist Philipp Lahm gefordert, der viel Druck nach vorne entfalten kann“, sagte Löw. Auch an Mesut Özil will der Bundestrainer weiter festhalten. „Weil ich weiß, dass er Spiele mit einer einzigen Aktion entscheiden und beeinflussen kann.“ Löw fühlt sich in seiner Einschätzung bestätigt, „dass wir keine Abwehrspieler brauchen, die ständig nach vorne laufen“, sagte der 54-Jährige. „Allerdings kann der Fall eintreten, dass wir in kommenden Spielen auch ohne verletzungsbedingte Wechsel in besonderen Momenten offensivere Verteidiger einsetzen müssen.“

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