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WM 2022 in Katar : Entwicklungsminister Müller kritisiert Fifa für WM-Vergabe

Der CSU-Politiker sieht die Wahl des Emirats zum Ausrichter des Turniers als "krasses Fehlurteil" und empfiehlt dem Fußball-Weltverband Fifa, die Entscheidung zu revidieren

Kritisiert die WM-Vergabe nach Katar: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.
Kritisiert die WM-Vergabe nach Katar: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.Foto: dpa

Entwicklungsminister Gerd Müller hat erneut die umstrittene Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar kritisiert und ein Handeln des Weltverbands Fifa angemahnt. "Ich halte die Entscheidung für Katar für ein krasses Fehlurteil", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Wenn die Fifa klug ist, revidiert sie die Entscheidung. Es ist nicht mehr zeitgemäß, eine Fußball-WM abgehoben von den Menschen zu machen und soziale und ökologische Standards zu ignorieren." Unter anderem prangerte der Minister Sklavenarbeit bei der Errichtung der Sportstätten in Katar an.

Auch in anderer Hinsicht sei die Entscheidung nicht nachvollziehbar, führte Müller aus: "Was ist das für ein Signal zum weltweiten Klimaschutz, wenn Stadien mitten in der Wüste gebaut werden, die dann mit hohem Energieaufwand klimatisiert werden müssen?" Kritik übte der Minister auch an den Organisatoren der in wenigen Wochen bevorstehenden WM in Brasilien. "Dort wurde in Manaus ein Stadion mitten im tropischen Regenwald gebaut, ohne die Nachnutzung zu klären." So etwas sei "unverantwortlich". Vor allem der WM-Gastgeber Katar steht bereits seit längerem in der öffentlichen Kritik. Unter anderem werden die Menschenrechtssituation und die Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeiter kritisiert. (dpa)

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