WM-Abschluss : Staffel der Versöhnung

Die USA gewinnen die beiden 400-Meter-Staffeln, nachdem sie im Sprint das Finale verpasst hatten. Anschließend werden bei der Abschlussfeier alle bejubelt: Sportler, Helfer und Zuschauer.

Friedhard Teuffel
Leichtathletik-WM - 400 m Staffel Männer
Stars and Stripes auf der blauen Bahn. Die USA siegten deutlich über 4 x 400 Meter.Foto: dpa

Die letzten Runden dieser Weltmeisterschaften gingen an die USA. Ihre beiden 400-Meter-Staffeln gewannen die WM-Titel 46 und 47, die noch zu vergeben waren. Das war auch ein harmonischer Schlusspunkt, weil das Beziehungsverhältnis der USA zum Staffellaufen im Moment gestört ist. Die amerikanischen Sprintstaffeln waren beide nicht im Finale vertreten.

Geradezu souverän fiel dafür der Sieg über die 4 x 400 Meter aus, den zwei Einzel-Weltmeister als Schlussläufer besiegelten, Sanya Richards und LaShawn Merritt. Die deutsche Frauenstaffel hatte sich ebenfalls fürs Finale qualifiziert und kam dort in der Besetzung Fabienne Kohlmann, Sorina Nwachukwu, Esther Cremer und Claudia Hoffmann als Fünfte ins Ziel – ein Achtungserfolg.

Was das Berliner Leichtathletikpublikum leisten kann, zeigte es ein letztes Mal bei der Abschlussfeier. Selbst das Einholen der Fahne des Leichtathletik-Weltverbands begleitete es mit rhythmischem Klatschen. Es war ansonsten allerdings eine alles andere als feierliche Abschlussfeier. Dafür hatte sie einen Höhepunkt: Die freiwilligen Helfer durften den Innenraum bevölkern, hunderte von ihnen strömten auf die blaue Bahn und auf den Rasen des Olympiastadions in ihren hellblauen, gelben, roten, dunkelblauen, weißen und grünen Polohemden.

Wer etwas öffentlich zu sagen hatte im Organisationskomitee, hatte zuvor die Arbeit der Volunteers als herausragend gelobt, auch Weltverbandspräsident Diack tat das in seiner Ansprach auf dem Rasen, soweit man ihn verstehen konnte. Einer der freiwilligen Helfer, Johannes, durfte dann noch ans Stadionmikrofon und sagte: „Die Leichtathletik kommt auf jeden Fall an Fußball ran, wenn sie nicht sogar noch besser ist.“

Die Helfer bildeten anschließend ein Spalier für einige koreanische Tänzerinnen, die symbolisch nach Daegu einluden, dem Austragungsort der nächsten Weltmeisterschaften in zwei Jahren.

Auch die deutsche Nationalmannschaft hatte noch eine Botschaft für das Publikum, die Athleten trugen ein Transparent mit der Aufschrift „DANKE BERLIN – IHR WART SUPER“ durchs Stadion. Dieses Kompliment konnten die Zuschauer nur zurückgeben.

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