Sport : WM-Arena: Baustopp nach Todesfällen?

Rio de Janeiro - Nach dem Tod zweier Arbeiter im Fußball-WM-Stadion von Manaus drohen weitere Verzögerungen bei der Fertigstellung. Die Staatsanwaltschaft hat einen teilweisen Baustopp gefordert. Zudem drohen lokale Gewerkschaften in Brasilien mit einem Streik, sollten sich die Arbeitsbedingungen nicht ändern. Einige Kollegen in Curitiba streiken wegen verspäteter Lohnzahlungen bereits.

In Manaus könnte ein Arbeitsstopp gerichtlich angeordnet werden. Die Staatsanwaltschaft drängt auf sofortige Unterbrechung und fordert, dass die Arbeit erst fortgesetzt werden dürfe, wenn alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen garantiert sind. Noch ist unklar, wann ein Gericht darüber entscheiden wird. Bei dem Unfall war in der Arena da Amazonia ein Arbeiter aus 35 Metern abgestürzt. Der 22-Jährige starb kurz darauf im Krankenhaus. Bis diesen Montag wurden die Arbeiten bereits eingestellt, nachdem es auf der Baustelle der benachbarten Veranstaltungshalle einen weiteren Todesfall gegeben hatte. Ein 49 Jahre alter Mann war an einem Herzinfarkt gestorben. Er habe unter großem Druck gestanden und an sieben Tagen pro Woche gearbeitet, sagten Familienmitglieder.

Laut der Baugewerkschaft im Bundesstaat Amazonas werden wegen des Zeitdrucks auf den Stadionbaustellen teilweise Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt. „Es ist eine alte Debatte, aber die Verantwortlichen ignorieren uns“, sagte Gewerkschaftspräsident Cicero Custodio. „Seit langem warnen wir vor den schlechten Arbeitsbedingungen am Stadion und dem großen Risiko vor allem bei Arbeiten in der Nacht.“

Erst vor zwei Wochen waren beim Bau des WM-Stadions in São Paulo zwei Arbeiter ums Leben gekommen, als ein umstürzender Kran die Dachkonstruktion teilweise zum Einsturz gebracht hatte. Das Stadion, in dem das Eröffnungsspiel stattfinden soll, wird erst Mitte April fertig sein, zwei Monate vor WM-Beginn.

Das Stadion in Curitiba soll bis Februar fertiggestellt sein. Auch hier gab es bereits eine Fristverlängerung. Der Streik könnte nun in der kommenden Woche bis zu drei Tage andauern. Etwa 400 der 1200 an der Baustelle des WM-Stadions beschäftigten Arbeiter befinden sich Angaben zufolge im Streik. dpa

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