WM-Auslosung : Leichte Lose, schwerer Schock

In der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika trifft Deutschland auf lösbare Gegner - die Auslosung wird begleitet von einem Mord.

Olaf Jansen[Durban],Stefan Hermanns
WM Foto: dpa
Deutsches Glück: Bei der Auslosung zur WM-Qualifikation hat die DFB-Elf lösbare Aufgaben erhalten. -Foto: dpa

Kurz vor dem Ende der Auslosung gab es großes Gelächter im Auditorium – als Christian Karembeu, 1998 mit Frankreich Weltmeister, Kroatien aus dem Topf zog und der Europagruppe 6 zuloste. Damit kommt es in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 zu einem brisanten Duell. Die Kroaten treffen erneut auf die Engländer, denen sie erst in dieser Woche mit einem 3:2-Sieg im Londoner Wembleystadion die Teilnahme zur Europameisterschaft vermasselt hatten. Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es in ihrer Qualifikationsgruppe mit Russland, Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein zu tun.

Ein Spiel mit Vorgeschichte gibt es auch in der Gruppe 7, in der Österreich auf die Färöer trifft. Mit dem kleinen Inselstaat ist eine der schlimmsten Blamagen der österreichischen Fußballgeschichte verbunden. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 1992 in Schweden unterlagen die Österreicher dem Außenseiter 0:1.

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft beginnt für die europäischen Teams im Sommer 2008. Aus den neun Europagruppen qualifiziert sich jeweils der Erste für die WM in Südafrika, die vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 stattfindet. Die Zweiten der acht Sechsergruppen spielen in vier Play-off-Spielen die vier letzten europäischen Teilnehmer für das Weltturnier aus. Aus der einzigen Fünfergruppe qualifiziert lediglich der Erste. Die deutsche Mannschaft hat bisher erst zwei WM-Qualifikationsspiele verloren: im Oktober 1985 gegen Portugal (1:2) und im September 2001 gegen England (1:5).

Derweil ist rund um die Auslosungszeremonie in der Hafenstadt Duban die Debatte um die Sicherheit im Ausrichterland Südafrika neu entbrannt. Unmittelbar vor der Auslosung wurde der ehemalige österreichische Profifußballer Peter Burgstaller erschossen. Seine Leiche war auf einem luxuriösen Golfplatz in der Nähe Durbans mit einem Brustschuss entdeckt worden. Burgstaller befand sind seit Freitag in Südafrika und war nach dem Einchecken in seinem Hotel auf den mit einem Elektrozaun gesicherten Golfplatz gegangen. Als Sicherheitspersonal seine Leiche fand, waren Handy und Golfausrüstung verschwunden.

Fifa-Präsident Joseph Blatter, die treibende Kraft hinter der Vergabe der WM nach Südafrika, dementierte jedoch eine Verbindung zur WM-Auslosung. Das Opfer sei ein Tourist, Burgstaller sei kein Mitglied der Delegation, sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes. Das stimmt zwar, aber Burgstaller, Inhaber einer Eventagentur, ist sehr wohl wegen der Auslosung nach Durban gereist – um dort Kontakte zu pflegen und Geschäfte anzubahnen.

Auch Oliver Bierhoff, der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, wurde Opfer eines Überfalls. Ihm wurde am Sonntag im Frühstücksraum eines Luxushotels die Aktentasche geklaut. Darin befanden sich neben Unterlagen für die Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen für die WM 2010 in Südafrika auch Bierhoffs Reisepass und seine beiden Mobiltelefone. Auch seinem Büroleiter Georg Behlau wurde die Aktentasche gestohlen. Bierhoff wollte den Vorfall nicht überbewerten. „Das kann überall passieren“, sagte er. „Sie geben sich hier viel Mühe. Ich hoffe, dass weiter nichts vorfällt.“

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