WM-Ball 2006 : Teamgeist in Rund

Der WM-Ball von Adidas huldigt dem Gastgeber, die Ausrüster erwarten 2006 glänzende Geschäfte.

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Um 21 Uhr 23 flog der WM-Ball am Freitag auf die Bühne, Deutschlands Nationalspieler Michael Ballack nahm ihn geschickt an, und damit war ein weiteres Geheimnis an diesem Abend in Leipzig gelüftet: „Teamgeist“ heißt der offizielle Spielball der Fußball-WM 2006. Entwickelt wurde er von Adidas; ab heute ist er für 110 Euro zu haben. Das erste Mal wird er an diesem Samstag in Österreich bei der Partie Salzburg gegen Rapid Wien eingesetzt. „Bald werden ihn auch deutsche Mannschaften nutzen“, sagte Adidas-Sprecher Jan Runau. An die Klubs würden nun die passenden Ballnetze geschickt, auch an die WM-Mannschaften gehen je 20 Stück. „Kostenlos“, sagte Runau.

Der Ball ist nicht genäht, sondern geklebt und soll so weniger Wasser aufnehmen. Schwarz-Weiß ist er, auch dies sei wie der Name eine „Reminiszenz an den Gastgeber“, also Deutschland. Denn die Trikots des Nationalmannschaft sind ebenfalls schlicht in schwarz-weiß gehalten. Zehn Millionen Stück aus der WM-Edition will Adidas verkaufen. Dazu zählt nicht nur das Top-Modell für 110 Euro, sondern eine ganze Ball-Serie. „Das wird der bestverkaufte Ball aller Zeiten“, schwärmt Adidas-Sprecher Runau. Den Ball zur EM im vergangenen Jahr verkaufte Adidas sechs Millionen Mal. Zur WM will der Konzern – einziger Fifa-Sponsor aus der Sportartikelbranche – Rekorde brechen.

Die Hersteller sparen nicht mit Superlativen, wenn sie die Geschäftsaussichten rund um das Fußball-Ereignis beschreiben. Dabei versuchen sich vor allem die beiden großen deutschen Ausrüster Adidas und Puma gegenseitig zu überbieten. „Wir werden die größte Marketingkampagne in der Firmengeschichte starten“, kündigt Puma-Sprecher Ulf Santjer an. Mindestens 15 Prozent des Umsatzes (2004: 1,5 Milliarden Euro) sollen im WM-Jahr in Werbung und Marketing fließen. Die Erlöse sollen zweistellig wachsen. Und Adidas kontert: „Unsere Taktik ist offensiv – wir wollen den deutschen Markt dominieren.“ In Zahlen bedeutet dies: Adidas will 2006 bis zu 14 Prozent – Runau: „vielleicht auch etwas mehr“ – vom Umsatz (2004: 6,5 Milliarden Euro) ins Marketing stecken.

Im Herzogenauracher Lokalderby kann Puma Adidas zwar nicht die Marktführerschaft im Fußballgeschäft streitig machen. Zumindest optisch sieht die 2006er WM für Puma aber besser aus: Während Adidas nur sechs von 32 Mannschaften ausrüstet (Gastgeber Deutschland, Frankreich, Spanien, Argentinien, Japan und Trinidad-Tobago) sind es bei Puma elf (Schweiz, Tschechien, Tunesien, Ghana, Elfenbeinküste, Togo, Polen, Paraguay, Iran, Saudi-Arabien und Italien). Stärker als Adidas will Puma während der WM auch wieder modische Akzente setzen. Dabei soll nicht zuletzt Fußball-Legende Pelé als Werbeträger helfen. Im Frühjahr 2006 präsentiert Puma eine eigene Pelé-Kollektion.

In großen Zahlen denkt man bei Adidas: Deutlich mehr als 500 000 Trikots im Design der deutschen Mannschaft sollen verkauft werden. Jan Runau ist optimistisch: „Die Resonanz bei den Einzelhändlern ist riesig.“ Den Umsatz im Fußball-Geschäft, der 2005 bei 900 Millionen Euro liegt, will Adidas auf mehr als eine Milliarde Euro steigern.

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