WM-Berichterstattung : ZDF in der Zuschauergunst vorne

Laut einer Umfrage der Universität Hohenheim favorisiert ein Großteil der Deutschen die WM-Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Privaten kommen dagegen schlecht weg.

Stuttgart - Die WM-Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender ist in der Zuschauergunst deutlich besser weggekommen als die der Privatsender. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Universität Hohenheim in Stuttgart hervor. Demnach beurteilten Fernsehzuschauer die Berichterstattung von ARD und ZDF durchweg als gut, die Beiträge von RTL und Premiere dagegen als mittelmäßig. Am besten schnitt das ZDF ab.

Die Universität fragte im Rahmen einer Langzeitstudie im Anschluss an die WM insgesamt 900 Fernsehzuschauer nach ihren Eindrücken. Dabei wurde die Qualität der Sportberichterstattung anhand einer Punkteskala von eins (sehr schlecht) bis sechs (sehr gut) bewertet. Das ZDF erhielt in den Kategorien Vorberichte und Experten, Live-Übertragung und Kommentatoren sowie Spielzusammenfassung und Nachberichterstattung jeweils 4,8 Punkte und nahm damit die Spitzenstellung ein.

Klopp wird größte Kompetenz nachgesagt

Das ARD schnitt mit Werten von 4,5 und 4,6 Punkten ebenfalls gut ab. RTL erhielt für seine WM-Berichterstattung 3,7 oder 3,8 Punkte, Premiere 3,6 oder 3,8 Punkte. Zum besten Fußballexperten wählten die Zuschauer den ZDF-Experten Jürgen Klopp, dem 41 Prozent der Befragten die größte Kompetenz nachsagten. 33 Prozent wählten den ARD-Experten Günter Netzer zu ihrem Favoriten. Mit großem Abstand folgten Johannes B. Kerner (ZDF) und Gerhard Delling (ARD) mit jeweils 5 Prozent sowie Urs Meier (ZDF) mit 4 Prozent. Alle anderen Moderatoren erreichten nur Werte unter 2 Prozent.

Markus Voeth vom Lehrstuhl für Marketing der Universität betonte, das finanzielle Engagement von ARD und ZDF für die Übertragungsrechte der Fifa-Fußball-WM habe sich gelohnt. Auch bei künftigen Veranstaltungen wie Bundesliga oder Europameisterschaft sollte das «Kompetenz-Plus» der öffentlich-rechtlichen Sender berücksichtigt werden. Durch die Ergebnisse sah Voeth zugleich das neue Sendekonzept des ZDF bestätigt. Der Sender hatte mit seiner WM-Arena die klassische Moderatorensendung durch eine Berichterstattung mit Eventcharakter ersetzt. (tso/ddp)

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