WM-Dritter schlägt Weltmeister : EM: DHB-Damen ziehen ins Halbfinale ein

Deutschlands Handball-Frauen haben nach dem Sieg über Russland bei der Europameisterschaft in Mazedonien als Gruppenerste das Halbfinale erreicht. Die Partie zwischen dem russischen Weltmeister und dem WM-Dritten erfüllte allerdings nicht die hohen Erwartungen.

Grit Jurack
Grit Jurack (l.) setzt sich gegen die Russin Oxana Koroleva (M.) durch. -Foto: dpa

SkopjeMit einem überzeugenden Sieg gegen Weltmeister Russland haben sich Deutschlands Handball-Frauen für den heißen Medaillenkampf bei der Europameisterschaft warmgeworfen. Durch das 27:22 (14:12) in Skopje blieb die DHB-Auswahl auch im sechsten Endrundenspiel ungeschlagen und zogen mit 9 Punkten als Erste der Hauptrundengruppe II ins Halbfinale ein. Dort trifft das Team von Bundestrainer Armin Emrich am Samstag auf Norwegen, Rumänien oder Spanien. Beste Werferinnen in der deutschen Mannschaft, die letztmals 1994 eine EM-Medaille gewann, waren Anna Loerper (8/5) und Grit Jurack mit 7 Toren.

Die Partie zwischen dem Weltmeister und dem WM-Dritten vor rund 1500 Zuschauern erfüllte in der ersten Hälfte die hohen Erwartungen nicht. Die Russinnen, die nur drei Spielerinnen aus dem Olympia-Finale aufgeboten hatten, schonten ihre Stars Elena Polenowa und Irina Poltoratskaya, die die Partie auf der Tribüne verfolgten. Deutschland musste auf Kreisläuferin Anne Müller (Bandabriss am Finger) und Rückraumspielerin Stefanie Melbeck (Nasenbeinbruch) verzichten.

Pausenführung hätte höher ausfallen müssen

Im Vergleich zum enttäuschenden 28:28 gegen Weißrussland am Vortag konnte Emrich wieder auf Kreisläuferin Anja Althaus und Torfrau Clara Woltering zurückgreifen. Vor allem Woltering zeigte erneut eine starke Leistung. Die Pausenführung für das deutsche Team hätte daher deutlicher ausfallen müssen, doch im Angriff wurden etliche Chancen fahrlässig vergeben. Zu viele Ballverluste ließen das gefürchtete Tempospiel der DHB-Auswahl nicht in Fahrt kommen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben beide Mannschaften in der Offensive zunächst einiges schuldig. In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte fielen gerade einmal vier Tore. Erst danach steigerten sich die DHB-Frauen und zogen beim 19:15 (44.) auf vier Tore davon. Diesen Vorsprung gab das kämpferisch überzeugende Team bis zum Schluss nicht mehr ab. Gegen Russland hatte es zuletzt in Peking noch eine 29:30-Niederlage gegeben, die das Vorrunden-Aus bei den Olympischen Spielen besiegelt hatte. (leu/dpa)

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