Sport : WM geht ohne Trinidad & Tobago weiter Sympathien gewonnen, aber nur einen Punkt

Robert Ide

Kaiserslautern - Patrick Manning hat feste Vorstellungen, was daheim am Freitag passieren soll. Zwar hat Trinidad & Tobago bei der WM in Deutschland nur einen Punkt aus drei Vorrundenspielen geholt, dennoch ist der Premierminister des Karibikstaates davon überzeugt, dass die Rückkehr in die Heimat zum Triumphzug für die Nationalkicker wird. „Ich wünsche mir, dass die Mannschaft einen Empfang erleben wird, wie ihn unser Land noch nie gesehen hat“, sagte Manning. Schon am Dienstagabend bekamen die Fußballer von Trinidad & Tobago in Kaiserslautern einen Vorgeschmack auf das erwartete Stimmungshoch: Trotz der 0:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Paraguay wurde der WM-Neuling mit Ovationen vom Publikum im Fritz-Walter-Stadion verabschiedet.

„Die Fans waren fantastisch“, stellte der für Waldhof Mannheim in der Oberliga spielende Evans Wise fest und kündigte an: „Jetzt fliege ich mit den Jungs erhobenen Hauptes nach Hause und feiere dort ausgiebig. In zwei Wochen bin ich wieder da.“ In der Heimat wertete die Zeitung „The Trinidad Guardian“ die Darbietung der eigenen Mannschaft im fernen Deutschland als „herzzerbrechend“.

Richtig unglücklich war allein Brent Sancho. Der hatte gegen Paraguay zwar einen Kopfball unhaltbar am Schlussmann vorbei ins Netz geköpft – doch es war ein Eigentor. Der fleißige Abwehrspieler von Trinidad & Tobago hatte damit früh die Entscheidung in Gruppe B herbeigeführt. Am Ende büßte die Mannschaft trotz großen Kampfes mit 0:2 die letzte Chance ein, doch noch ins Achtelfinale gegen Deutschland einzuziehen. Paraguay war schon vor dem Spiel ausgeschieden, verabschiedete sich aber immerhin mit einem Sieg. Zum Endstand traf der eingewechselte Nelson Cuevas kurz vor Schluss.

Der niederländische Trainer Leo Beenhakker zog trotzdem ein wohlwollendes Fazit. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Die Spieler haben mit Stolz und Leidenschaft gespielt“, sagte Beenhakker. In den kommenden Tagen will sich Leo Beenhakker entscheiden, ob er einen längerfristigen Vertrag unterschreibt. Der umstrittene Verbandschef Jack Warner, der in seiner Heimat WM-Tickets zu Wucherpreisen angeboten hatte, hat darüber bereits mit Beenhakker im Teamquartier in Rotenburg an der Wümme verhandelt.

Überzeugend agierte gegen Paraguay auch der bei den ersten Spielen noch verletzte Stammtorhüter Kelvin Jack. Schon nach vier Minuten bewahrte er bei seinem ersten WM-Einsatz sein Team vor dem Rückstand, als er einen Kopfball von Roque Santa Cruz ins Aus lenkte. Es blieb die einzige Chance des Favoriten bis zum glücklichen Führungstor, als der eigene Mann, Brent Sancho, ihn überlistete. Sancho hatte schon gegen England (0:2) Pech, als er das entscheidende Kopfballduell zum 0:1 gegen Peter Crouch verlor. Crouch hatte ihn dabei allerdings unfair an den Haaren gezogen.

Ein bisschen Wehmut kam bei den Spielern von Trinidad & Tobago nach dem Abpfiff auch auf. Zum Beispiel bei Kapitän Dwight Yorke. „Vielleicht“, sinnierte der 34-Jährige, „war dies das letzte Mal, dass ich für mein Land gespielt habe. Daher ist das jetzt ein sehr emotionaler Moment für mich.“

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