WM Hymnen : WM Hymnen

Heute: Deutschland

Vorgestern vor 20 Jahren, am 8. Juli 1990, brummten elf westdeutsche Fußballer in Rom „Einigkeit und Recht und Freiheit“,

anschließend wurden sie mit einem 1:0-Sieg über Argentinien Weltmeister.

Dieses Ritual (die Hymne, nicht das Gewinnen) wollte Lothar de Maizière ändern. Eine gute Woche nach dem Endspiel war der DDR-Ministerpräsident zu Einheitsverhandlungen in Bonn. „Deutschland, einig Vaterland“ aus der DDR-Hymne von Johannes R. Becher war zuvor eine der Parolen der Volksbewegung geworden. Diese Zeile war übrigens der Grund, warum die Hymne in der DDR seit 1972 nur gespielt, nicht gesungen wurde. Zwei Hymnen, die beide die Einigkeit preisen, könne man doch prima vereinigen, schlug de Maizière vor, die Osthymne solle man zuerst singen, dann die aus dem Westen.

Das Versmaß vom Becher-Text passt zur Melodie von Haydn, so dass die Wessis nicht hätten umlernen müssen. Allein der Plan schlug fehl: Wolfgang Schäuble war belustigt, Otto Graf Lambsdorff fand den Vorstoß wirr. Kurz: Es blieb bei der West-Einigkeit.

Auch heute Abend wird sie wieder besungen. Von elf westdeutschen Fußballern.

Die Serie „Hymnen der WM“ betreute Thomas Friederich, Leiter der Tagesspiegel- Dokumentation.

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