Sport : WM IM JAHR 2006

KLAUS ROCCA

BERLIN .Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will bei der Bewerbung um die Austragung der Weltmeisterschaft 2006 Nägel mit Köpfen machen.Deshalb erhöht er nun den Druck auf die zuständigen Senatsstellen Berlins, damit der Umbau des Olympiastadions endlich in Angriff genommen wird.Bekanntlich gibt es einen DFB-Beschluß, nach dem die Bewerbung nur in Angriff genommen wird, wenn mindestens zwei WM-taugliche Stadien in den neuen Bundesländern zur Verfügung stehen.Dazu zählt das Berliner Olympiastadion.

Gestern ließ sich Hans Florin, Mitglied der Stadionkommission des DFB, im Olympiastadion über den Planungsstand der Sanierung der Arena unterrichten.Florin: "Man sollte nicht denken, wir hätten noch bis zum Jahr 2006 Zeit.Bis zum Juni nächsten Jahres müssen bei der FIFA alle Bewerbungsunterlagen eingereicht sein, im Juni 2000 fällt bereits die Entscheidung über die Vergabe." Ende des Jahres muß Berlin eine Verpflichtungserklärung abgeben, daß das Olympiastadion WM-tauglich ist.Im Oktober erwartet der Senat die zehn Konzeptvorschläge für den Umbau des Stadions, von denen dann vier in die engere Wahl kommen.Hinsichtlich der Finanzierung scheint Klarheit darüber zu bestehen, daß die Bundesregierung, der Senat und private Investoren das Geld gemeinsam aufbringen.

Otto Höhne, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), begrüßt, daß der DFB nun Druck macht: "Bislang hat sich bei den politischen Stellen leider kaum etwas getan." Höhne will sich auch dafür stark machen, daß WM-Qualifikationsspiele oder "normale" Länderspiele wieder nach Berlin vergeben werden.Dazu bedarf es allerdings einer Ausnahmegenehmigung, da im Olympiastadion nicht die erforderliche Zahl an Einzelsitzschalen mit Rückenlehnen vorhanden ist.Der DFB würde einen entsprechenden Antrag des BFV unterstützen.

Hertha BSC, beim gestrigen Treffen durch Manager Dieter Hoeneß vertreten, müßte beim Umbau des Olympiastadions eventuell ins Jahnstadion umziehen.Dessen Kapazität soll dann auf 50 000 Besucher erweitert werden.Aus Hertha-Kreisen werden gegen einen Umzug wegen der fehlenden Infrastruktur allerdings erhebliche Bedenken geäußert.

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