WM in Berlin : Israel und Palästina sind ein Team

Ein Teil des Peace Teams. Die jungen Palästinenserinnen spielen in Berlin an der Seite von Israelis. Foto: promo
Ein Teil des Peace Teams. Die jungen Palästinenserinnen spielen in Berlin an der Seite von Israelis. Foto: promo

Der Ball ist rund, und er kann mehr bewegen, als man denkt. Auch beim Frauenfußball-Kulturfestival „Discover Football“ vom 6. bis 13. Juli auf dem Lilli-Henoch-Sportplatz am Anhalter Bahnhof in Berlin, wo Fußballerinnen aus aller Welt für Frieden und Gleichberechtigung kämpfen. Ehrenamtliche vom Kreuzberger Vereins „Al-Dersimspor“ haben das Turnier unter anderem mit dem DFB und dem Auswärtigen Amt organisiert. Dabei sind Teams aus Ländern, in denen es für Frauen ein Kick für die Gleichberechtigung ist, überhaupt Fußball spielen zu dürfen. Das Nationalteam aus Afghanistan läuft ebenso auf wie indianische Spielerinnen aus Ecuador, ein Aids-Hilfsteam aus Sambia, eine Mannschaft aus Iran sowie ein „Peace Team“ mit Fußballerinnen aus Israel und Palästina.

„Bei unserem Sportprojekt kämpfen nie die israelischen gegen die palästinensischen Spielerinnen“, sagt Josie Stein vom Peres Center für Peace in Tel Aviv, „sondern die jungen Frauen, die sonst keinen Zugang zueinander habe, treten immer als ein Team gemeinsam an. Die Spielerinnen können lernen, dass alle die gleichen oder ähnliche Ängste, Wünsche und Interessen haben“ – egal, ob sie Juden oder Araber sind.Fußballerinnen aus sozial und ökonomisch schwachen, sonst verfeindeten Regionen kicken gemeinsam.

Das in Kooperation mit der Al-Quds Association for Dialogue and Democracy in Al-Ram organisierte Friedensteam ist ganz neu zusammengestellt. „Die Spielerinnen sind von den Trainern ausgewählt worden und trainieren jeweils in Israel oder den palästinensischen Gebieten zunächst für sich“, sagt Josie Stein. Dank Visa der Palästinenserinnen für Israel haben die jungen Frauen sich nun auf das Berliner Turnier in zwei Trainings vorbereiten können. Details über die Spielerinnen des „Peace Teams“ sind noch nicht bekannt – außer, dass elf Kickerinnen, zwei Trainerinnen und zwei Betreuerinnen kommen wollen. „Die Mädchen aus Israel und Palästina sollen beim Turnier nicht nur spielen, sondern auch die Möglichkeit haben, sich und die anderen Kulturen besser kennenzulernen“, erklärt Josie Stein.

Medienpartner sind der Tagesspiegel, Zitty, Radio Eins und das Magazin Elf Freundinnen. Beim Frauenfußball-Kulturfestival gibt es unter anderem auch Public Viewing, den preisgekrönten Dokumentarfilm „Football Under Cover“, Auftritte der Band Mi Solar und das Berlin Boom Orchestra. Annette Kögel

Weitere Infos im Internet:

www.discoverfootball.de

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