WM in Kroatien : Frankreich ist Handball-Weltmeister

In der "Höhle des Löwen" hat Olympiasieger Frankreich die Nervenschlacht im Finale der Handball-WM gegen Gastgeber Kroatien gewonnen. Es war ein dramatisches, aber nicht immer hochklassiges Endspiel.

Martin Kloth[dpa]

ZagrebIn der Arena Zagreb setzte sich der Olympiasieger aus Frankreich mit dem 24:19 (11:12) gegen die von 15.000 Zuschauern fanatisch angefeuerten Hausherren durch. Mit dem dritten WM-Gewinn nach 1995 und 2001 sind die Franzosen zugleich Nachfolger von Deutschland und fahren als Titelverteidiger zum nächsten WM-Turnier 2011 nach Schweden. Überragende Spieler beim neuen Titelträger war Michael Guigou mit zehn Treffern und der Kieler Torwart Thierry Omeyer. Frankreichs Trainer Claude Onesta vollendete durch den Erfolg als zweiter Coach nach dem Russen Wladimir Maximow das "Triple" aus Olympiasieg (2008), EM- (2006) und WM-Titel.

Den dritten Platz hatte sich zuvor Polen gesichert. Das Team des früheren deutschen Nationalspielers Bogdan Wenta besiegte im "kleinen Finale" Europameister Dänemark mit 31:23 (14:11) und feierte damit zwei Jahre nach dem zweiten Platz bei der WM in Deutschland erneut einen Medaillengewinn. "Das war unser großes Finale. Ich bin einfach nur sehr glücklich mit dem Ergebnis. Wir sind alle stolz", sagte Wenta. Karol Bielecki (10) vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen erzielte die meisten Tore für Polen. Für Dänemark traf Mikkel Hansen (10) am besten.

Spiel auf Messers Schneide

Beim Gipfeltreffen der WM um die Nachfolge des bisherigen Titelträgers Deutschland, der am Donnerstag das Turnier als Fünfter beendet hatte, entwickelte sich von Beginn an ein Spiel auf des Messers Schneide. Wie beim 22:17-Erfolg der Kroaten zum Abschluss der Hauptrunde war jedes einzelne Tor hart umkämpft. Nach einem Drittel des Spiels stand es gerade einmal 7:7. In die Pause ging Kroatien dank des fünften Treffers von Rechtsaußen Ivan Cupic mit einer 12:11- Führung.

Auch nach dem Wechsel konnte sich kein Team absetzen. Frankreichs Superstar Nikola Karabatic und Kroatiens Volksheld Ivano Balic sowie der zum besten Spieler des Turniers gewählte Igor Vori konnten in dem hart geführten Finale nur selten Akzente setzen. Dagegen waren Michael Guigou (10/7) und Ivan Cupic (6/3) die beiden Torhüter Thierry Omeyer und Mirko Alilovic die großen Stützen ihrer Mannschaften. Sechs Minuten vor dem Ende gingen die Franzosen beim 21:18 erstmals mit drei Toren in Front. Die Kroaten konnten nicht mehr kontern und scheiterten vor allem an ihren Nerven und am besten Torhüter des Turniers, Omeyer. Das Ende war unschön: Vori sah wegen Schiedsrichter-Beleidigung die Rote, die Zuschauer warfen Gegenstände auf das Spielfeld. Der Freude der Franzosen tat das keinen Abbruch.

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