Sport : WM in Tempelhof

Organisator Schiphorst über Berlins Pläne für 2006

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Herr Schiphorst, Sie sind jetzt Chef der Berliner Organisationsbüros der FußballWM 2006. Was machen Sie denn da?

Koordinieren, auf lokaler Ebene. Sehen Sie, das nationale Organisationskomitee ist hervorragend aufgestellt. Aber jede zentrale Organisation stößt mit einem Ereignis dieser Größenordnung an ihre Grenzen. Da braucht man Filialen in den Spielorten, die Bericht erstatten. Das tue ich. Ich bin also der Landgraf des Kaisers.

Sie meinen Franz Beckenbauer, den Präsidenten des Organisationskomitees.

Der Franz ist allgegenwärtig. Aber selbst er braucht Leute vor Ort, die notfalls eingreifen, wenn etwas schief läuft.

Was kann denn schief laufen?

Unterbringung, Logistik, Sicherheit – wer weiß? Oder Sponsoren, die keine Partner des Fußball-Weltverbandes Fifa sind und sich prominente Werbeplätze in der Stadt verschaffen. Das ist ja mit der Samsung-Werbung auf der Straße des 17. Juni leider schon passiert.

Wie viele Gäste erwarten Sie zur Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin?

Viele, die keine Tickets haben. Für die müssen wir ein Ventil schaffen, mit Großbildwänden. Wenn wir das WM-Gefühl nicht in die Stadt tragen, wird das für die Besucher frustrierend. Und für uns auch.

Bisher steht in Berlin das Sony-Center am Potsdamer Platz als Übertragungsort fest. Da passen nur 3000 Zuschauer rein.

Gefordert sind große Flächen, auf denen viele Leute Platz haben und die die Stadt repräsentieren. Gendarmenmarkt und Alexanderplatz sind da genannt worden, auch das Strandbad Wannsee. Vielleicht gelingt auch etwas Ungewöhnliches.

Vielleicht der Flughafen Tempelhof?

Keine schlechte Idee, eine Großbildleinwand auf dem stillgelegten Flughafen. Der ist gut zu erreichen, und dort ist viel Platz. Das ist eine Überlegung wert.Interview: André Görke und Robert Ide.

Bernd Schiphorst, 61, ist Präsident von Hertha BSC. Ab sofort leitet er das Berliner Büro des Organisationskomitees zur

Fußball-WM 2006.

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