• WM-Qualifikation: Chile jubelt und stürzt die "satten" Brasilianer in tiefe Verlegenheit

Sport : WM-Qualifikation: Chile jubelt und stürzt die "satten" Brasilianer in tiefe Verlegenheit

Amoroso läuft wieder mal ins Leere, Chiles Francisco Rojas behauptet den Ball auch in dieser Szene: Brasiliens Fußball-Nationalelf erlitt in Chile eine 0:3-Abfuhr und löste zu Hause eine Welle der Empörung und Trauer aus. "Diese Spieler sind doch alle satt", kritisierte Starkommentator Luciano Do Valle vom Fernsehsender Bandeirantes nach der Begegnung um das südamerikanische Qualifikationsturnier zur Weltmeisterschaft 2002. Und Rivelino, Weltstar der 70er Jahre, sprach den Fans in Rio und Sao Paulo aus der Seele: "Die bieten doch eine Enttäuschung nach der anderen." Viele der typischen "Botequim"-Stehkneipen machten in Rio nach dem Abpfiff sofort dicht.

Der vierfache Weltmeister Brasilien präsentierte sich im mit 70 000 Zuschauern ausverkauften Estadio Nacional von Santiago vor allem in der ersten Halbzeit lust- und ideenlos. Die Treffer von Fabian Estay (25.) sowie von Ivan Zamorano (44.) waren die logische Folge der Überlegenheit der Gastgeber. In der zweiten Hälfte zogen sich die Chilenen weit zurück und gestatteten dem Gegner mindestens fünf "99-prozentige" Torchancen, die aber allesamt kläglich vergeben wurden. Eine Viertelstunde vor Schluss sorgte dann "Matador" Marcelo Salas mit einem Schuss aus drei Metern für die Entscheidung.

"Wir haben gegen Brasilien den Himmel mit den Händen berührt", jubelten die Zeitungen in Chile. Grund dazu haben sie: Noch nie hatte das Team mit dem roten Trikot die Brasilianer zu Hause bezwungen. Die drei Siege in 26 Aufeinandertreffen kamen alle in neutralen Stadien zu Stande.

Für Brasilien war es derweil erst die dritte Niederlage in der Geschichte der WM-Qualifikationsspiele, nach einem 0:2 in Bolivien 1993 und dem 1:2 bei Paraguay im Juli dieses Jahres. Trainer Wanderley Luxemburgo muss jetzt wieder um seinen Posten bangen. Das jüngste 3:1 über dem Erzrivalen Argentinien war am Dienstag sofort vergessen. Favoriten auf die Nachfolge sind laut Medien Alt-Erfolgscoach Mario Lobo Zagallo und der Weltmeistertrainer von 1994 Carlos Parreira. Dass Luxemburgo in Santiago auf den Dauerverletzten Ronaldo sowie auf Bayern Münchens Elber sowie auf die gesperrten Ronaldinho Gaucho und Cafu verzichten musste, wird man in Brasilien kaum als mildernden Umstand werten. Wie sagte doch die brasilianische "Legende" Pele? "Wir haben so viele gute Spieler, dass wir mit der Olympiaauswahl das südamerikanische Turnier gewinnen müssten." In Santiago aber waren Stars wie Rivaldo, Amoroso und Roberto Carlos Totalausfälle. "Ein Fehlerkonzert", räumte Roberto Carlos ein. Dortmunds Evanilson zog sich dagegen ebenso wie Emerson noch einigermaßen aus der Affäre.

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