WM-Qualifikation : Deutsche Mannschaft besiegt Liechtenstein locker

Gegen Wales dürfte es deutlich härter werden. Die deutschen Fußballer haben das EM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein locker gewonnen - doch die Fans erwarteten sich nach einem frühen Doppelschlag noch viel mehr Tore.

Klaus Bergmann,Arne Richter[dpa]
Deutschland Liechtenstein quer
Schwer erfreut: Die deutschen Spieler nach dem 4:0. -

LeipzigLockerer Sieg, aber kein Schützenfest: Im Schongang hat die deutsche Nationalmannschaft den Fußball-"Zwerg" Liechtenstein mit 4:0 (2:0) abgefertigt und dabei gleichzeitig viele Kräfte für die schwerere Qualifikations-Aufgabe am Mittwoch in Cardiff gegen Wales gespart. Michael Ballack (4.), Marcell Jansen (9.), Bastian Schweinsteiger (48.) und Lukas Podolski (50.) erzielten am Samstag beim 25. Länderspiel-Sieg von Bundestrainer Joachim Löw in Leipzig die Tore für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die mit 13 Punkten aus fünf Spielen die Tabelle der Qualifikations-Gruppe 4 vor Russland (9) anführt. Vor 43 368 Zuschauern im Zentralstadion bot die deutsche Mannschaft allerdings nur zu Beginn jeder Halbzeit beste Unterhaltung und dazwischen auch viel Leerlauf.

Nach den von heftiger Kritik begleiteten Heimpleiten gegen England (1:2) und Norwegen (0:1) wirkte Löws Team im ersten Pflichtspiel des Jahres wieder hochkonzentriert, in punkto Zielstrebigkeit gab es allerdings nach den schnellen Toren am Anfang und nach Wiederbeginn einiges zu bemängeln. Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels war einmal mehr Kapitän Ballack, der den Erfolg mit seinem 40. Treffer im 91. Länderspiel einleitete. Der Wahl-Engländer war stets anspielbar und an beinahe allen Aktionen mit Torgefahr direkt oder indirekt beteiligt. Eine auffällige Partie lieferte auch Thomas Hitzlsperger, der seine Freiheiten im Mittelfeld effektiv zu nutzen wusste.

Gomez bleibt glücklos

Dagegen platzte bei Mario Gomez auch gegen den 151. der Weltrangliste der Knoten nicht. Der seit einem Jahr im DFB-Trikot erfolglose Angreifer wirkte nach einer vergebenen Kopfballchance nach 17 Sekunden wie schon zuletzt glücklos. Nach einem Fehlschuss Mitte der zweiten Halbzeit gab es sogar laute Pfiffe für den Stuttgarter. Sein Nebenmann Podolski, beim 6:0 in Vaduz zweifacher Torschütze, wirkte dagegen spritzig und wurde mit seinem 32. Länderspiel-Treffer belohnt. Nach der Einwechslung von Patrick Helmes für Jansen kehrte "Poldi" ins linke Mittelfeld zurück. Gar nicht gefordert wurde die Hintermannschaft. Rückkehrer Robert Enke musste erstmals bei einem Schuss von Mario Frick (52.) als Torwart in Erscheinung treten.

Mit einem technischen Kabinettstückchen war der deutschen Elf ein perfekter Start gelungen. Schweinsteiger legte den Ball von der linken Strafraumseite gekonnt auf Ballack zurück, der Peter Jehle mit einem Volleyschuss unter die Latte kaum eine Chance ließ und für das 200. deutsche Tor in der WM-Qualifikation sorgte. Vier Minuten später half der Gäste-Keeper beim zweiten Treffer tatkräftig mit. Jehle ließ einen Flachschuss von Podolski nach vorne abprallen, und dem energisch nachsetzenden Jansen gelang bei seinem DFB-Comeback nach mehr als einem halben Jahr sein zweites Länderspiel-Tor.

Keine Tore wie am Fließband

Der frühe Doppelschlag der klar dominierenden deutschen Mannschaft weckte Hoffnungen auf Tore wie am Fließband, doch in dem nun folgenden Trainingsspiel mit Sparringspartner ließen Entschlossenheit und Konsequenz im Abschluss nach. Das Team wirkte verspielt und ohne echten Tordrang. Erst in der Schlussphase der ersten Spielhälfte zog die DFB-Auswahl das Tempo noch einmal merklich an und stand dicht vor dem dritten Tor. Zuerst zielte Podolski knapp daneben (38.), dann köpfte Jansen eine Ballack-Flanke an die Latte (40.) und schließlich scheiterte der Kapitän selbst mit seinem Versuch an Jehle (44.).

Die zweiten 45 Minuten begannen genauso wie die ersten: Mit einem Doppelschlag der plötzlich wieder aggressiven Hausherren. Der dritte Treffer gelang Schweinsteiger per Abstauber. Allerdings hatte Podolski, der zuvor an Jehle gescheitert war, abseits gestanden. 120 Sekunden später legte Martin Stocklasa den Ball "mustergültig" für Podolski auf, und der künftige Kölner bedankte sich mit dem 4:0. Danach sah es so aus, als sollte die nächste Parallele zur ersten Halbzeit folgen, denn der fünfte Treffer ließ auf sich warten, obwohl das Team diesmal in seinen Bemühungen nicht nachließ. Fünf Minuten vor dem Ende hatte Gomez mit einem Versuch an die Latte auch noch Schusspech.

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