WM-Qualifikation : Deutschlands Handballer auf dem besten Weg nach Spanien

Deutschlands Handballer besiegen Bosnien-Herzegowina im Hinspiel der WM-Qualifikation mit 36:24. Damit dürfte die Teilnahme an der WM 2013 in Spanien nur noch Formsache sein.

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Kontrollierte Schieflage. Christoph Theuerkauf steuerte drei Treffer zum Sieg der deutschen Handballer bei.
Kontrollierte Schieflage. Christoph Theuerkauf steuerte drei Treffer zum Sieg der deutschen Handballer bei.Foto: dpa

Berlin - Für gewöhnlich ist Martin Heuberger kein Freund des Superlativs. Unter diesem Umstand hatten seine Worte in dieser Woche besonderes Gewicht. Der Handball-Bundestrainer sprach mit Blick auf die WM-Qualifikationsspiele gegen Bosnien-Herzegowina von den „bedeutungsvollsten Länderspielen des Jahres“. Schließlich ging es nach der verpassten Olympia-Teilnahme, der ersten in der Geschichte des Deutschen Handball-Bundes (DHB), um nicht weniger als die grundsätzliche Präsenz des deutschen Handballs auf internationaler Ebene.

Darum muss Heuberger nun nur noch bedingt bangen. Im ersten Duell gegen Bosnien-Herzegowina hat sich die deutsche Nationalmannschaft gestern in Stuttgart eine exzellente Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Sonntag in Sarajevo erarbeitet. Mit 36:24 (18:7) setzte sich Heubergers Mannschaft durch – die Teilnahme an der WM 2013 in Spanien sollte jetzt eigentlich nur noch Formsache sein.

Entsprechend groß war die Erleichterung beim Heuberger, auch wenn er die Gratulationen zur WM-Qualifikation noch nicht annehmen wollte. „Wir haben uns ein gutes Polster erarbeitet. Aber die Mannschaft hat sich ohnehin vorgenommen, beide Partien zu gewinnen.“

Im ersten Pflichtspiel nach den Rücktritten von Kapitän Pascal Hens und Rechtsaußen Christian Sprenger hatte Heuberger in Anbetracht der Verletztenliste – mit Holger Glandorf, Michael Haaß und Patrick Groetzki fehlten drei Akteure aus der Start-Sieben – durchaus knifflige Fragen zu lösen. Die spannendste hatte mit Verletzten allerdings nichts zu tun, vielmehr eben mit dem Hens-Rücktritt, sie lautete: Wer spielt auf der vakanten Position im linken Rückraum? Lars Kaufmann und Sven-Sören Christophersen teilten sich diese Aufgabe, sie lösten sie gut. Kaufmann brachte die DHB-Auswahl mit wuchtigen Würfen in Führung (4:1/8.), Christophersen steuerte Druck und Torgefahr von der Bank bei.

Den Grundstein für das komfortable Polster legten die Deutschen allerdings in der Defensive, dank guter Kombination aus beweglichem Mittelblock und einem starken Silvio Heinevetter im Tor. Bis zur Pause ließ Heinevetter gegen die mit drei Bundesliga-Spielern besetzten Bosnier ganze sieben Gegentore zu. Seine Paraden waren auch Ausgangspunkt für zahlreiche Tempogegenstöße, die häufig von Uwe Gensheimer abgeschlossen wurden. Der Linksaußen war mit acht Treffern bester Werfer der Partie, vor Adrian Pfahl (7) und eben Christophersen (5), neben Heinevetter, Markus Richwien und Johannes Sellin einer von vier Füchse-Spielern im Kader.

Nach der Pause verkürzten die Bosnier den Rückstand auf acht Tore (16:24/45.). In der Breite war das Team aus dem Balkanstaat jedoch viel zu schwach besetzt, um der DHB-Auswahl überhaupt noch einmal gefährlich werden zu können. „Ich habe viel durchgewechselt, weil bei uns jeder mit jedem spielen kann“, sagte Heuberger. „Das ist eine Qualität dieser Mannschaft.“ Christoph Dach

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