Sport : WM-Qualifikation: Hoffen auf den Stürmerstar

Brasilien hofft auf Ronaldos Rückkehr. Ohne ihn gelang dem viermaligen Fußball-Weltmeister in der WM-Qualifikation nur mit Mühe ein 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen den Tabellenletzten Chile. Brasiliens Torwart Marcos erzählte nach dem Abpfiff in Curitiba: "Nach der blamablen ersten Halbzeit waren wir alle in der Kabine der Verzweiflung nahe." Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari befand: "Es gibt noch viel zu verbessern." Im Sturm enttäuschte Marcelinho von Hertha BSC. Kurz vor der Pause vergab er eine Torchance kläglich und wurde dann ausgewechselt.

Scolari rechnet nun fest mit dem Comeback Ronaldos. Zwei Jahre hatte der Stürmerstar von Inter Mailand wegen Verletzungen pausiert. Für Marcelinho und Bayern Münchens Giovane Elber wird der Kampf um Stammplätze im brasilianischen Team immer schwerer. Elber saß erneut nur auf der Bank, während der Leverkusener Lucio auflaufen durfte.

Bei den zwei noch ausstehenden Begegnungen in Bolivien und gegen Venezuela am 7. und am 14. November benötigt Brasilien vier Punkte, um die Qualifikation sicher aus eigener Kraft zu schaffen. Nach der Leistung gegen Chile dürfte selbst das nicht einfach werden. Der Tabellenletzte hatte in der ersten Halbzeit bei strömendem Regen zwar geringere Spielanteile, dafür aber die besten Torchancen. Die 53 000 Zuschauer pfiffen das Team um die Superstars Roberto Carlos und Rivaldo aus. Erst nach der Pause drehte Brasilien vor allem dank Denilson auf, der für Marcelinho eingewechselt worden war. Tore von Edilson (53.) und Rivaldo (63.) waren der Lohn.

Mit dem Sieg verteidigte Brasilien (27 Punkte) vor den letzten beiden Spieltagen in der Südamerika-Zehnergruppe den wichtigen vierten Platz, der die letzte direkte Fahrkarte zur WM in Japan und Südkorea bedeutet. Verfolger Uruguay (25) patzte beim 1:1 (1:0) in Montevideo gegen Kolumbien und hat nun zwei Punkte Rückstand. Federico Magallanes (34./Foulelfmeter) hatte Uruguay in Führung gebracht, aber Arnulfo Valentierra (67.) glich mit einem Weitschuss aus. Der Tabellen-Fünfte erhält noch eine Qualifikations-Chance in zwei Ausscheidungsspielen gegen Australien. Kolumbien hat darauf trotz des 1:1 in Uruguay nur noch geringe Chancen.

Die große Überraschung des Südamerika-Turniers bleibt Ecuador. Die Fußballer aus dem kleinen Anden-Staat stehen hinter den bereits qualifizierten Argentiniern sowie Paraguay auf Platz drei und überrannten zuletzt Bolivien in der Höhenluft von La Paz mit 5:1. Venezuela schaffte beim 3:0 in Caracas über Peru den dritten Sieg hintereinander und verließ das Tabellenende.

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