WM-Qualifikation : Rehhagel entscheidet über Hitzfelds Schweiz-Mission

Ziel WM-Teilnahme 2010: Ottmar Hitzfelds Mission könnte bereits am Mittwoch beendet sein, falls seine Schweizer gegen das von Otto Rehhagel trainierte Griechenland unterliegen. Und der 70-Jährige strotzt derzeit nur so von Selbstbewusstsein.

Carsten Lappe[dpa]
Rehhagel
Otto Rehhagel ist bei den Griechen nach dem EM-Debakel wieder obenauf. -Foto: dpa

HamburgOtto Rehhagel gegen Ottmar Hitzfeld - "König Ottos" Griechen entscheiden über die sportliche Zukunft der Schweiz und "General" Hitzfeld. Verlieren die Eidgenossen an diesem Mittwoch in Piräus gegen die Hellenen, ist das frühe Aus in der Qualifikation für die Fußball-WM 2010 praktisch besiegelt und damit Hitzfelds Mission gescheitert. Vor dem Gipfel in Gruppe zwei sind die Erwartungen im Land des Europameisters von 2004 nach drei Siegen in drei Spielen groß. "Der Sieg ist ein Muss. Dann werden wir die Schweizer, den einen der beiden Haupt-Konkurrenten, acht Punkte zurücklassen und die Quali wird praktisch unter Dach und Fach sein", schrieb die Athener Zeitung "Ta Nea" mit einer gehörigen Portion Optimismus.

Auch der mittlerweile 70 Jahre alte Rehhagel strotzt vor dem Wiedersehen mit seinem alten Bundesliga-Widersacher Hitzfeld vor Selbstbewusstsein: "Jetzt beginnt die WM-Qualifikation für uns erst richtig". Der mit viel Vertrauen von den Schweizern empfangene Hitzfeld hat die Gemüter nach dem 2:1 gegen Lettland vom Samstag zwar zunächst beruhigt, steht aber mit nur vier Punkten aus drei Partien weiter unter starkem Druck. Für das Duell mit Griechenland gab Hitzfeld daher auch "nur" ein "positives Resultat" als Ziel aus, um etwas Druck von den Spielern zu nehmen.

Brückner mit dem Rücken zur Wand

Auch beim Schweizer Nachbarn Österreich steht der neue Coach Karel Brückner unter Zugzwang. Nach der neuerlichen Schmach auf den Färöern ist die ÖFB-Elf in Gruppe sieben gegen Serbien zum Siegen verdammt, um im Rennen zu bleiben. Österreichs 1:1 habe "alle überrascht", gestand Serbiens Mladen Krstajic. "Die Österreicher werden es jetzt viel schwerer haben, weil wir zwei Punkte vor ihnen sind und wir am Samstag ziemlich stark gespielt haben", sagte der Schalker Verteidiger nach dem 3:0-Sieg gegen Litauen.

Im Gegensatz zu den Europameisterschafts-Ausrichtern stehen die Favoriten bislang mit weißer Weste da. EM-Sieger Spanien tritt in Gruppe fünf mit der makellosen Bilanz von drei Siegen und 8:0 Toren bei Verfolger Belgien an. Auch das Fußball-Mutterland England scheint unter der Ägide von Coach Fabio Capello nach dem Aus in der EM-Qualifikation wieder auf Kurs. Die bislang unbesiegten "Three Lions" plagen vor dem Spiel in Weißrussland in Gruppe sechs nun aber Verletzungssorgen.

Englands Trainer Capello plagen Verletzungssorgen

"Es ist enttäuschend, so erfahrene Spieler zu verlieren", sagte Capello zu den Ausfällen von Kapitän John Terry (Rückenblessur) und Ashley Cole (Knieverletzung). Dennoch will der Italiener England in Minsk zu einem weiteren Erfolg treiben und sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Noch nie startete England mit vier Siegen in Serie in eine WM-Qualifikation.

Auch Europameister Spanien will seine Erfolgsserie ausbauen. Die Iberer sind seit 26 Spielen ungeschlagen und haben in den vergangenen sieben Partien kein Gegentor kassiert. Spaniens neuer Coach Vicente del Bosque ist dennoch vorsichtig. Die Aufgabe in Brüssel werde schwieriger als beim 3:0 am Samstag in Estland, sagte er.

Italien ohne Toni, Portugal ohne Deco und Maniche

Portugal muss nach dem 0:0 in Schweden gegen Albanien auch ohne Deco, Maniche, Cavalho und Simao unbedingt siegen, um den Anschluss an den spielfreien Tabellenführer Dänemark in Gruppe eins wiederherzustellen. Weltmeister Italien tritt in Gruppe acht gegen Montenegro ohne den gesperrten Bayern-Stürmer Luca Toni, gibt sich nach dem 0:0 in Bulgarien aber dennoch locker. "Wir sind jetzt schon weiter als 2006", behauptete Coach Marcello Lippi.

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