Sport : WM-Qualifikation: Viel Lärm und Fernsehverbot

Von Rudi Völler wissen wir, dass er auf dem Fußballplatz ackerte, bis er weiße Haare bekam. Wir wissen auch, dass sich seine Berufung zum Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft - eigentlich als Übergangslösung gedacht - als voller Erfolg beim Publikum erwiesen hat. Und ab heute Abend werden wir wissen, wie weit es der ehemalige Stürmer als Regisseur bringt. Völler hat nämlich die Anweisung gegeben, in der Arena Auf Schalke während des WM-Qualifikationsspiels gegen Finnland auf dem großen Video-Würfel nicht vom parallel laufenden Spiel der Engländer informiert zu werden. So etwas könne nur ablenken. Wie wertvoll aber eine korrekte Informationspolitik ist, weiß man nirgendwo besser als auf Schalke.

Nur ein paar Meter nebenan im Parkstadion haben sie nämlich mit unzureichenden Informationen ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Vor wenigen Monaten fühlten sich hier Spieler und Fans für vier Minuten als Deutscher Meister. Damals hatten nur die wenigsten das richtige Ergebnis vom entscheidenden Spiel zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV erfahren. In der neuen Arena Auf Schalke haben es nun die leidgeprüften Fans auch noch mit einem weiteren informationshemmenden Phänomen zu tun - der irrsinnigen Lautstärke. Das Geschrei von 60 000 Menschen erreicht hier einen ohrenbetäubenden Pegel. Wer am Transistorradio das Ergebnis in England mithören will, wird Schwierigkeiten bekommen, es seinem Nachbarn mitzuteilen. Da wäre eine optische Einblendung gar nicht verkehrt.

Aber manchmal nützt auch eine exakte Informationspolitik nicht viel. Man erinnere sich nur ein Jahr zurück an die Europameisterschaft. England verliert überraschend sein Spiel gegen Rumänien, und jeder bekommt das mit. Ein zeitgleicher Sieg Deutschlands hätte das Team vor dem Ausscheiden bewahrt. Doch unter Trainer Erich Ribbeck verlor die Elf mit 0:3 gegen eine portugiesische B-Mannschaft. So viel zum Thema Informationspolitik.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben