Sport : WM-Qualifikation: Völler kann Wunschformation aufbieten

Teamchef Rudi Völler kann im ersten WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft am Sonnabend in Hamburg gegen Griechenland vermutlich seine Wunschformation aufbieten. Einen Tag vor dem Treff in Reinbek erhielt der 40-Jährige von seinem 22-köpfigen Aufgebot keine alarmierenden Meldungen. "Einige haben noch kleine Blessuren, aber sie dürften alle fit werden. Schließlich haben wir noch genug Zeit bis zum Spiel und die beste medizinische Abteilung der Welt", berichtete Völler am Montag. Über Beschwerden klagten noch die Berliner Stefan Beinlich (Knöchel-Verletzung) und Dariusz Wosz (Oberschenkel-Prellung) sowie Bayer Leverkusens Libero Jens Nowotny (Muskelverhärtung), die aber bis zum Wochenende auskuriert sein sollen.

Zweieinhalb Wochen nach dem Mut machenden 4:1 über Spanien beginnt für Völler mit dem zweiten Länderspiel seiner elfmonatigen Amtszeit der eigentliche Ernstfall. "Wir wollen die ersten drei Punkte einfahren, wir wollen zur WM. Und ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen", sagte der Interims-Teamchef, dem allerdings die Erwartungshaltung nach dem fulminanten Einstand in Hannover schon etwas zu groß geworden ist. "Ich werde versuchen, die Euphorie zu bremsen. Wir müssen uns aber auch nicht schlechter machen als wir sind", sagte er vor dem ersten von insgesamt acht Qualifikationsspielen. Nur der Gruppensieger ist sicher für die Titelkämpfe 2002 in Japan und Südkorea qualifiziert.

Nach den Nächten in der Sportschule Barsinghausen vor dem Duell gegen Spanien logiert der Tross des Deutschen Fußball-Bundes im "Waldhaus" in Reinbek vor den Toren Hamburgs wieder feudal in einem Fünf-Sterne-Quartier. Und auch das Geläuf für die insgesamt sechs Trainingseinheiten ist bestens präpariert. Seit Jahresbeginn durften die Verbandsliga-Fußballer des TSV Reinbek nur noch auf einem Grandplatz üben, damit "ihr" grüner Teppich im heimischen Stadion für die DFB-Elf unangetastet bleibt.

Enttäuscht aber ist der Klub nun von den Planungen des DFB: Von den fünf in Reinbek angesetzten Trainingseinheiten ist nur eine öffentlich. "Wir werden viel üben und einstudieren, und wir werden in taktischer Hinsicht viel machen", kündigte Völler konzentriertes Arbeiten an: "Gegen Spanien hat zwar einiges gut geklappt, aber noch längst nicht alles." Der 90-malige Nationalspieler will zudem den seltenen Umstand nutzen, dass ein Länderspiel nicht in eine Englische Woche zwischen zwei Bundesliga-Spieltage eingebunden ist: "Da können wir im Training etwas ernsthafter zur Sache gehen als sonst."

Nicht jeder im 22-köpfigen Aufgebot darf im neuen, mit 48 549 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion ernsthaft mit einem Einsatz rechnen. Den Legionären Oliver Bierhoff (AC Mailand) und Christian Ziege (FC Liverpool) fehlt nach langwierigen Verletzungspausen die Spielpraxis. Sie sollen ebenso wie in den Tagen vor dem Spanien-Spiel in erster Linie an der Rückkehr zur alten Leistungsstärke arbeiten.

Daher wird erneut Oliver Kahn als Ersatzkapitän die deutsche Elf aufs Feld führen. Auf die Ankündigung von Bierhoff, sein Kapitänsamt zur Verfügung stellen zu wollen, wenn er dauerhaft seinen Stammplatz verlieren sollte, will Völler nicht weiter eingehen. "Das Thema wird total überbewertet. Es ist gar nicht so wichtig, wer Kapitän ist."

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