WM-Studie : Bei jedem zweiten Treffer war der Zufall am Werk

Knapp einen Monat nach der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Universität Augsburg eine ungewöhnliche Studie vorgelegt. Demnach war fast jedes zweite Tor ein Zufallstreffer.

Augsburg - Anhand von 146 Toren der WM 2006 hat der Augsburger Sportwissenschaftler Martin Lames das Phänomen Zufall analysiert. Der Experte kam dabei zu dem Ergebnis, dass bei 61 Toren, also bei 41,8 Prozent, der Zufall beteiligt war. "Das Ergebnis fügt sich in etwa in die bisher gewonnenen Erkenntnisse ein, die Gesamtrate liegt für die 2306 Tore unserer Datenbank bei 44,4 Prozent", erläuterte Lames. Der Wissenschaftler fügte hinzu: "Der Zufall war zwar wie üblich kräftig am Werk, bescherte uns aber keine wirklich spektakulären Tore, über die man noch jahrelang spricht. Er arbeitete also ganz deutsch-solide."

Lames hat ein Beobachtungssystem entwickelt, mit dem das nicht geplante oder nicht planbare Zustandekommen von Toren ermittelt wird. Sechs Merkmale sollen dafür stehen: abgefälschte Bälle, Abpraller, Tore mit Torwartberührung, Abpraller von Latte oder Pfosten, große Entfernung und Beteiligung der Abwehr.

Als Beispiel für ein typisches Zufallstor nennt Lames das erste WM-Tor des deutschen Verteidigers Philipp Lahm: "Alle haben gesehen, dass das herrliche erste Tor bei der WM durch Philipp Lahm vom Pfosten ins Tor prallte, was alleine schon recht glücklich war, aber dass der Ball zum Torschützen ein gegnerischer Fehlpass war, belegt zusätzlich, dass es sich um ein so nicht geplantes und auch nicht planbares Tor handelte". (tso/ddp)

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