WM-Tagebuch : Ich bin schneller als der Bus

Carsten Schlangen ist aufs Rennrad umgestiegen und rast damit durch die Stadt

Eigentlich mache ich bei dieser WM ja keinen Sport mehr, aber so ganz ohne Wettkampf scheint es bei mir nicht zu gehen. Laufen kann ich zwar nicht mehr, weil ich jetzt erst mal meine Verletzung auskurieren will. Deshalb bin ich aufs Fahrrad umgestiegen. Mit dem fahre ich von unserem Mannschaftshotel am Lützowplatz zum Olympiastadion und wieder zurück. War bislang auch kein Problem, das Rad mit in den Sicherheitsbereich zu bekommen. Die Leute dort scheinen mich zu kennen. Als ich mit meinem Rennrad unterwegs war, habe ich gemerkt, dass ich doch einen Wettbewerb brauche. Den habe ich auch gefunden: Mehrere Busse mit Athleten sind vom Stadion Richtung Hotel aufgebrochen. Da wollte ich mit meinem Fahrrad unbedingt schneller sein. Sonst hätte ich im Hotel am Büfett ewig abstehen müssen. Hat auch geklappt, ich war zehn Minuten früher da. Meine Zeit: Etwa 20 Minuten. Muss das noch mal genau stoppen. Vielleicht stelle ich in den nächsten Tagen noch eine persönliche Bestleistung auf. Nur um Leistung geht’s mir beim Radfahren natürlich auch nicht. Ich hoffe, dass ich noch jemanden finde, der mir einige Fahrräder leiht. Ich würde gerne für die anderen Athleten aus der Nationalmannschaft eine Tour anbieten und ihnen mein Berlin zeigen.

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