WM-Tagebuch : Will jemand meine Waschmaschine benutzen?

Carsten Schlangen fährt im Athletenhotel ungern Fahrstuhl – darin stinkt es mittlerweile.

Man kann inzwischen riechen, dass die Leichtathletik-WM schon ein paar Tage dauert. Auf den Fluren unseres Mannschaftshotels breitet sich ein etwas säuerlicher Geruch aus. Manche Athleten müffeln ganz schön, das merkt man vor allem, wenn man mit ihnen im Fahrstuhl fährt. Die Ausrüstung geht nämlich nach einigen Tagen doch zur Neige.

Wir sind in der deutschen Mannschaft ja noch ganz gut ausgestattet, aber offensichtlich hatte der Ausrüster mit kühleren Temperaturen gerechnet. Vor allem an T-Shirts und Polohemden fehlt es. Leider gibt es bei diesen Weltmeisterschaften keinen Wäscheservice wie bei Olympischen Spielen. Und alles vom Hotel waschen zu lassen, wird dann manchen wohl doch etwas zu teuer. Ich bin deshalb am Montag mal in meine Wohnung gefahren und habe eine kleine Waschsession veranstaltet. Ein echter Heimvorteil. Anderen Athleten aus der deutschen Mannschaft habe ich das ebenfalls angeboten, aber die meinten, sie kämen auch so klar. Sie waschen ihre Sachen einfach im Waschbecken mit dem Hotel-Shampoo.

Vor allem die Siebenkämpferinnen und Zehnkämpfer machen das, die verbrauchen mehr Trikots, aber auch Werner Daniels hat mir das erzählt, der Trainer unserer Speerwerferin Christina Obergföll. Für das Speerwurf-Finale, das am Dienstagabend stattfand, hätte er sich extra noch ein Polohemd im Waschbecken gewaschen. Sah auch gut und sauber aus, fast wie gebügelt.

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