Sport : WM-Tickets: Beschwerdestelle für Fans wird eingerichtet – Fans skeptisch

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Berlin Im Rahmen des umstrittenen Ticketverkaufs für die Fußball-WM 2006 wird eine Beschwerde- und Servicestelle für Fans eingerichtet. „Ein Ombudsmann soll engen Kontakt mit den Verantwortlichen halten und unbürokratische Lösungen herbeiführen“, erklärte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Donnerstag in Berlin. Zuvor hatte er sich mit dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger auf die Einrichtung eines Postens für den Dialog zwischen Fans, Behörden und Fußballverbänden geeinigt. „Wir planen, die Stelle noch im Herbst zu schaffen“, sagte Zwanziger auf Nachfrage. „Sie kann ein erster Schritt sein, auch über die WM hinaus mit den Fans zu kooperieren.“

Fanvertreter stehen der Ombudsstelle, die beim WM-Organisationskomitee angesiedelt werden soll, allerdings kritisch gegenüber. „Die WM wurde an den Fans vorbei geplant, deshalb vertrauen wir dem Organisationskomitee nicht mehr“, sagte Matthias Bettag vom Bündnis Aktiver Fußballfans. „Wir fordern die Ansiedlung bei einer unabhängigen Institution und die Beachtung des Datenschutzes.“ Nach Aussage von Bettag sei eine unrechtmäßige Weitergabe persönlicher Daten zu befürchten, die etwa beim Ticketverkauf angegeben werden müssen oder die in der Datei Gewalttäter Sport verzeichnet sind. Zuletzt hatten vor allem Verbraucherschützer mehr Service bei der Ticketvergabe und im Umgang mit den Fans angemahnt. Fans hatten beim Confed-Cup gegen zu harte Sicherheitsvorkehrungen protestiert.

Über die personelle Besetzung der Ombudsstelle wurde am Donnerstag nichts bekannt. In den kommenden Tagen will Schily dazu Vorschläge machen. ide

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