Sport : WM-Tickets: Da ist der Wurm drin

Robert Ide/ Kurt Sagatz

Berlin - Für viele war es die lang ersehnte Nachricht. „Herzlichen Glückwunsch, beim Run auf die begehrten Tickets für die 64 Spiele der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sind Sie dabei. Weitere Details Ihrer Daten entnehmen Sie dem Anhang.“ Doch im Anhang fanden sich keine Daten für eine Eintrittskarte – im Anhang fand sich ein Virus.

Wie der Antiviren-Spezialist F-Secure warnt, handelt es sich um den Internet- Wurm Sober, der in einer neuen Variante auftritt. Wird der im Dateianhang befindliche Schädling geöffnet, wird der Virus aktiv. Er schaltet verschiedene Sicherheitsprogramme aus, wodurch der Computer seinen Internet-Schutz verliert. Zudem durchsucht Sober den Computer nach sämtlichen E-Mail-Adressen, um sich auch dorthin zu verschicken.

„Wir haben technische Probleme“, sagte WM-Sprecher Gerd Graus. Das interne Computersystem des Organisationskomitees werde mit hunderttausenden Mails überflutet. „Die Vergabe der Karten ist nicht betroffen“, versicherte Graus. Vor allem in Deutschland verbreitet sich der Wurm rasant, teilte das Bundesamt für Sicherheit der Informationstechnik mit. Die falschen Absender heißen ticket@fifa.de oder fifa@ok2006.de. Der Virus wird als gepackte Datei verschickt, die „okTicket-info.zip“ heißt und beim Öffnen sofort Schaden anrichtet. Offizielle Mails vom Organisationskomitee werden hingegen grundsätzlich ohne Anhänge verschickt, sagte Graus.

Die zweite Verkaufsphase für die Fußball-WM 2006 hatte am Montag für viele Fans mit Wartezeiten auf der Bestellseite www.fifaworldcup.com begonnen. „Mit dem Hackerangriff hatte das aber nichts zu tun“, sagte Graus. Schon in der ersten Verkaufsphase im März hatte es einen Internet-Angriff gegeben. Mehr als zwei Millionen fingierte Bestellungen, die automatisch aus den USA verschickt worden waren, musste die WM-Ticketagentur CTS Eventim aussortieren. Nun gibt es einen Sicherheitscheck. Bevor Fans zum Bestellformular gelangen, müssen sie eine verzerrte, nur mit dem menschlichen Auge sichtbare Buchstabenkombination erkennen und eintippen. Für viele lohnt sich diese Mühe allerdings nicht: Im offiziellen Verkauf gibt es kaum noch Karten.

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