Sport : Wo der gesunde Geist wohnt

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Elisabeth Binder über das Ende der männlichen Vorherrschaft im Sport

Die erfreulichsten Sportarten sind offenbar auch die vernünftigsten. Während man bei vielen Wettbewerben, denen sich der menschliche Körper aussetzt, vor allem Tränen, Schweiß und Blutergüsse assoziiert, denkt man bei BeachVolleyball an Sand, Sonne, Meer. Es gibt Männer, die schamlos zugeben, Frauen gern beim Beach-Volleyball zuzuschauen. Demnächst bekommen sie wohl noch mehr zum Zugucken. Der Volleyball-Weltverband setzt mit seinem Mutterschutzprogramm Standards, an denen sich auch andere Sportarten nicht mehr werden vorbeimogeln können. Im internationalen Beach–Volleyball können Mütter nach der Geburt ihres Babys künftig ein Jahr Erziehungsurlaub nehmen und behalten 75 Prozent ihrer erspielten Weltranglistenpunkte.

Die Effenbergs dieser Welt führen ergreifend die Dekadenz der männlichen Sportwelt vor. Wenn noch Hoffnung besteht, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist steckt, dann hilft nur das alte Detektiv-Prinzip: „Cherchez la femme!“ Um Frauen zu finden, die untergegangene Sportler-Tugenden zu neuem Glanz führen, muss man ihnen den Beruf schmackhafter machen. Es wird nicht allein lauteres Fortschrittsdenken den Verband zu diesem Schritt veranlasst haben. Die Sportwelt kapituliert vor ihren schwarzen Schafen. Wir sehen hier also nur die Vorhut einer Bewegung, die demnächst die dicken, gierigen Männer massenhaft von den Sportplätzen fegen wird. Die Trendbewusstesten der Trendbewussten haben sich eben schon immer gern am Strand fit gehalten.

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