Wolfsburg - Augsburg 1:2 : Augsburg siegt verdient in Wolfsburg

Der FC Augsburg gewinnt 2:1 in Wolfsburg und lässt die Puppen tanzen . Vor allem ein Spieler hatte Spaß, seinen alten Arbeitgeber zu ärgern.

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Wirkungsvoll an alter Wirkungsstätte: Augsburgs Torwart Simon Jentzsch klärt gegen Wolfsburgs Patrick Helmes.
Wirkungsvoll an alter Wirkungsstätte: Augsburgs Torwart Simon Jentzsch klärt gegen Wolfsburgs Patrick Helmes.Foto: dpa

Wolfsburg - Das hohe Maß an Selbstkritik, mit dem sich die siegreichen Profis des FC Augsburg bedachten, war verblüffend. „Wir wissen, dass wir nicht gut gespielt haben“, sagte Sebastian Langkamp. Bloß ein paar Minuten des Jubelns und Lachens hatte sich jener Abwehrspieler gegönnt, der den Aufsteiger zu einem überraschenden 2:1 (1:1)-Erfolg beim VfL Wolfsburg geköpft hatte. Das Siegtor von Langkamp, das nach einer Freistoß-Flanke von Axel Bellinghausen in der 88. Minute gefallen war, lässt die Augsburger weiter an ihren Klassenerhalt in der Bundesliga glauben. „Wir haben den Abstand zu Hertha BSC Berlin vergrößert, das war sehr, sehr wichtig“, sagte Langkamp, der kurz nach dem Spielende von seinen Teamkollegen freudig gedrückt und beglückwünscht worden war.

Den Augsburgern war es vor 25 143 Zuschauern gelungen, ihren druckvollen, aber erfolglosen Gastgeber zu blamieren. Ein Fehler von Verteidiger Alexander Madlung, der seinen Gegenspieler ungeschickt anschoss, machte das kuriose 0:1 durch Torsten Oehrl möglich. Patrick Helmes war zumindest der zwischenzeitliche Ausgleich für den VfL gelungen. Aber die Augsburger schafften mit ihrem Kraftakt noch einen Sieg, an den sie selbst nicht mehr geglaubt hatten. „Es war ein dreckiger Sieg“, meinte FCA-Trainer Jos Luhukay, lobt aber seine Mannschaft dafür, dass sie weiter an sich glaubt und mit Charakterstärke überzeugt.

Vater des Augsburger Erfolges war neben dem Torschützen Langkamp vor allem Torhüter Simon Jentzsch. Seine Rückkehr für 90 Minuten zu einem Verein, der ihn sechs Jahre lang beschäftigt hat und dann nicht mehr der richtige Arbeitgeber für ihn war, hätte nicht erfolgreicher enden können. Drei Jahre nach seinem Abschied vom VfL Wolfsburg zeigte der 35 Jahre alte Torhüter, warum er zu den festen Größen beim FC Augsburg zählt.

Jentzsch parierte mehrere hochkarätige Torchancen und brachte vor allem Torjäger Mario Mandzukic zur Verzweiflung. Was auch immer der Kroate anstellte: Sein Gegenüber fand die bessere Antwort. Die Augsburger hatten bei ihrem Versuch, sich der Abstiegsnot mit Einsatz und spielerischen Komponenten zu entledigen, frech kombiniert und doch zwischenzeitlich den Faden verloren. Dass ihrem Torhüter so viele Glanzparaden gelangen, war der Schlüssel für einen eminent wichtigen Sieg im Abstiegskampf.Christian Otto

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