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Wolfsburg - Dortmund 0:3 : Dortmund wieder wie gewohnt

Solider Spitzenreiter, freundlicher Gastgeber: Der BVB siegt nach dem 1:1 gegen Stuttgart in der Vorwoche gegen harmlose Wolfsburger mit 3:0.

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Der Jubel geht weiter. Dortmunds Kevin Großkreutz (2. v. l.) und Nuri Sahin nach dem Tor zum 2:0.
Der Jubel geht weiter. Dortmunds Kevin Großkreutz (2. v. l.) und Nuri Sahin nach dem Tor zum 2:0.Foto: dpa

Beim VfL Wolfsburg legt man großen Wert auf gepflegte Umgangsformen. In die Vor-Spiel-Animation der Stadionsprecher („Wo sind die Fans von …?“) werden sogar die Anhänger des Gegners einbezogen. Das kommt in der Fußball-Bundesliga eher selten vor. Am Samstag aber haben es die Wolfsburger mit ihrer Gastfreundschaft ein bisschen übertrieben. Vor dem Duell mit dem Tabellenführer Borussia Dortmund hatten sie in ihrer Arena extra ihren ramponierten Untergrund ausgetauscht und einen neuen Rasen verlegen lassen – als wollten sie dem BVB dessen flottes Kombinationsspiel noch ein wenig erleichtern. Die Dortmunder nahmen dieses Angebot dankbar an. 3:0 (2:0) hieß es am Ende für den BVB. Mit dem zehnten Sieg im elften Auswärtsspiel dieser Saison halten die Dortmunder ihre Konkurrenz weiterhin deutlich auf Abstand.

Schon nach zwei Minuten ging die Borussia 1:0 in Führung. Zum ersten Mal ging es für den VfL deutlich zu schnell. Nuri Sahin zerlegte mit einem Pass auf die rechte Seite die komplette Wolfsburger Defensive, Mario Götze flankte in die Mitte, wo am Fünfmeterraum Lucas Barrios zur Dortmunder Führung vollendete. Der Stürmer aus Paraguay stand zum ersten Mal in der Rückrunde in der Startelf der Dortmunder, nachdem er in der Winterpause von einer Virusinfektion flach gelegt worden war. Die sanfte Klage Barrios’, dass er schon früher fit gewesen wäre, nahm Jürgen Klopp mit einem müden Lächeln zur Kenntnis. Dortmunds Trainer hat derzeit keine Sorgen – und will sich auch keine machen.

Die Wolfsburger hatten vor dem 0:1 eine gute Gelegenheit gehabt, ihrerseits in Führung zu gehen. Schon nach 45 Sekunden setzte Diego einen Freistoß vom linken Strafraumeck ans Außennetz des Dortmunder Tor. Es sollte bis zur 26. Minute die letzte gefährliche Offensivaktion des VfL sein. Dann versuchte es Diego aus 25 Metern, Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller riss seine Fäuste hoch, wehrte den Ball ab und hielt auch den Nachschuss von Grafite.

Der Brasilianer, dessen Einsatz lange mehr als fraglich war, stand ebenso in der Anfangself wie Mario Mandzukic. Wolfsburg Neuverpflichtung, der von AS Monaco ausgeliehene Neuzugang Dieumerci Mbokani, saß daher zunächst nur auf der Bank. Dafür fehlte beim VfL Innenverteidiger Simon Kjaer wegen einer Sprunggelenksverletzung, und bereits nach 20 Minuten musste Wolfsburgs Trainer Steve McClaren Sascha Riether auswechseln, der angeschlagen ins Spiel gegangen war.

Der VfL, der zuvor acht Mal hintereinander nicht verloren hatte, konnte sich an diesem Nachmittag zu keiner Zeit mit dem Tabellenführer messen. McClaren durchmaß immer wieder die Weiten seiner Coachingzone, um das Spiel des VfL zu ordnen. Seine Bemühungen blieben vergebens. Vor allem der Wolfsburger Offensive fehlte es an klarer Struktur: Diego versuchte es immer wieder als Solist, hatte in Sven Bender aber auch einen höchst aufmerksamen Widerpart, der ihn sehr oft erfolgreich bekämpfte.

Die Dortmunder erwiesen sich auch ohne den am Fuß verletzten Japaner Shinji Kagawa als deutlich handlungsschneller, was vor allem vor dem 2:0 zu beobachten war. Wieder kam der Ball aus dem Zentrum auf die rechte Seite zu Götze, Barrios wurde diesmal zwar von Arne Friedrich erfolgreich am Abschluss gehindert, doch während Wolfsburgs Rechtsverteidiger Peter Pekarik noch zu grübeln schien, was er mit dem Abpraller nun anstellen sollte, hatte Sahin schon nachgesetzt und den Ball ins Tor gegrätscht.

McClaren nahm in der Pause den wieder einmal enttäuschenden Mandzukic vom Feld, für den Dieter Hoeneß vor der Saison unglaubliche sieben Millionen Euro bezahlt hat; Wolfsburgs Trainer ersetzte ihn aber nicht durch Mbokani, sondern verhalf Fabian Johnson zu seinem ersten Einsatz seit vier Monaten. Der Kongolese musste bis zur 67. Minute warten, ehe er aufs Feld durfte. Sein Einstand in der Bundesliga wurde mit Pfiffen begleitet, die jedoch nicht Mbokani galten, sondern der Entscheidung McClarens, beim Stand von 0:2 mit Grafite einen Stürmer vom Feld zu nehmen.

Es gibt eindeutig schönere Umstände für ein Debüt in der Bundesliga. Das Spiel war längst entschieden, der BVB kontrollierte das Geschehen, ohne mit letzter Macht auf das dritte Tor zu drängen. Doch Mbokani war gerade drei Minuten auf dem Platz, da traf Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels im Anschluss an eine Ecke zum 3:0 für den BVB. Am langen Pfosten musste er den Flankenball von Nuri Sahin nur noch über die Linie drücken. Die Wolfsburger wollten einfach nicht davon ablassen, ihren Gästen das Leben so leicht wie möglich zu machen.

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