Wolfsburg - Eisbären 0:1 : Raus aus der Routine, rein ins Abenteuer

Eisbären-Trainer Don Jackson ordnet seine Eishockey-Reihen neu – und hat damit Erfolg: Die Berliner siegen mit 1:0 in Wolfsburg durch einen Treffer von Darin Olver.

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Ein Mann zählt die Helme neu durch. Weil Trainer Don Jackson mit den lustlosen Vorstellungen der Eisbären Berlin unzufrieden war, wirbelte er die Reihen durcheinander. So wurde die zweite zur ersten Sturmreihe und Sven Felski zum Verteidiger.
Ein Mann zählt die Helme neu durch. Weil Trainer Don Jackson mit den lustlosen Vorstellungen der Eisbären Berlin unzufrieden war,...Foto: nordphoto

Don Jackson gilt als konservativer Vertreter seiner Zunft. Der US-Amerikaner in Diensten des EHC Eisbären zählt zu jener Spezies von Trainern, die auf Bewährtes setzt. Am vergangenen Wochenende jedoch hat Jackson seine Philosophie hinter sich gelassen. Denn schließlich war offensichtlich: So unmotiviert und lustlos wie sich der Deutsche Meister an den ersten 20 Spieltagen der Deutschen Eishockey-Liga präsentiert hatte, konnte es nur schlecht weitergehen. Jackson stellte fast alle seine Reihen um, mit Erfolg: Am Freitag siegten die Eisbären 6:3 in Ingolstadt, am Sonntag folgte ein 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)-Erfolg beim EHC Wolfsburg.

Raus aus der Routine, rein ins Abenteuer – es wurde für die Eisbären erst einmal mit sechs Punkten an einem Wochenende belohnt. Dass die Eisbären erst zum zweiten Mal in dieser Saison in Wolfsburg ohne Gegentor blieben, erfreute Jackson besonders. Die Defensivarbeit sei bisher „das größte Problem“ gewesen. Zu selten habe es seine Mannschaft geschafft, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. „In Ingolstadt und in Wolfsburg haben wir es geschafft, im letzten Drittel keine Tore mehr zu kassieren“, sagte der Trainer. „Das ist sehr positiv.“

Bis auf die zweite Sturmreihe mit Darin Olver, Barry Tallackson und Florian Busch ließ Jackson nichts so, wie es in seiner Aufstellung einmal war. Das führte schon am Freitag zu einer Reaktion der Mannschaft. In Ingolstadt trafen mit Stefan Ustorf, André Rankel, Travis Mulock und Sven Felski vier Angreifer, denen zuvor in dieser Spielzeit selten etwas gelungen war.

Beim Spiel in Wolfsburg war den Eisbären allerdings anzumerken, dass sie sich oft sortieren mussten. Aber die Lethargie der vergangenen Wochen, die am Sonntag zuvor in einer 4:6-Heimniederlage gegen Krefeld gegipfelt war, war bei den Eisbären verschwunden. Die Spieler diskutierten auf der Bank und auf dem Eis auffällig viel miteinander, Jackson schimpfte im ersten Drittel einmal so heftig mit dem Schiedsrichter, wie es der eher besonnene Mann aus Minnesota sonst nie macht.

Verlass war in Wolfsburg auf die zweite Berliner Sturmreihe, die nun von Jackson zur ersten Reihe befördert wurde. Nach Zuspiel von Richie Regehr hatte Darin Olver schon nach acht Spielminuten freie Schussbahn und setzte den Puck zum 1:0 für die Eisbären ins Wolfsburger Tor.

Die Niedersachsen hielten danach gut dagegen. Erst neun Tage zuvor hatten sie die Eisbären 5:2 bezwingen können. Im Nachholspiel des fünften Spieltages gelang dem Zweiten der Vorsaison Ähnliches nicht. Dabei war das Niveau sehr gut, spielten auch die Wolfsburger sehr engagiert und aggressiv. So viele Schläger wie am Sonntag in Wolfsburg im ersten Drittel zerbrachen, zerbrechen sonst in einem ganzen Spiel nicht.

Viele Torchancen ließen die in der Defensive sehr aufmerksamen Eisbären nicht zu, die Wolfsburger bekamen nicht eine einzige Möglichkeit zum Kontern gestattet. Auch die 500 Berliner Fans unter den 3201 Zuschauern gewannen im letzten Drittel klar akustische Hoheit in der Wolfsburger Arena, so souverän agierten die Berliner.

Mitunter schien Jackson mit seinen Umstellungen aber zu viel zu wollen. Die Maßnahme Sven Felski anstelle des fehlenden Frank Hördler (Grippe) neben Nick Angell in die Verteidigung zu beordern, war ein zu großes Abenteuer. Ab dem zweiten Drittel spielte Felski wieder im Angriff und half dort mit, das 1:0 über die Zeit zu bringen.

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