Wolfsburg : Fans stehen Spalier für Marcelinho

Als Fußball-Profi ohne Star-Allüren hat Marcelinho seinen Dienst beim VfL Wolfsburg angetreten. Rund 300 Fans begrüßten den Brasilianer zu seinem ersten Training bei den Niedersachsen.

Wolfsburg - Die Zuschauer standen Spalier und freuten sich über die Autogramme, die der Ballzauberer noch vor dem Warmmachen verteilte. "Er lässt den Star nicht raushängen, obwohl viele Zuschauer und Medienvertreter da sind", beurteilte VfL-Trainer Klaus Augenthaler den von zahlreichen Kamera-Teams und Fotografen beobachteten Auftritt des prominenten Zugangs.

Bei den ersten Übungseinheiten überzeugte der Mittelfeldspieler seinen neuen Coach durch Fitness und technische Fertigkeiten. "Sein durchtrainierter Körper ist mir aufgefallen. Er macht fast keine Fehler", sagte Augenthaler. Marcelinho war in der Vorwoche für rund 2,7 Millionen Euro vom türkischen Erstligisten Trabzonspor verpflichtet worden und hatte in den vergangenen Tagen letzte Formalitäten in der Türkei erledigt. Zum Trainingsstart in Wolfsburg erschien der ehemalige Hertha-Profi pünktlich und gut gelaunt.

Wiedersehen mit Alex und Alexander Madlung

"Ich freue mich riesig, wieder in Deutschland zu sein. Der erste Eindruck vom Verein, vom Trainer und den Teamkollegen ist sehr gut", erzählte Marcelinho in portugiesischer Sprache. Besonders herzlich fiel das Wiedersehen mit seinem Landsmann Alex und dem Ex-Berliner Alexander Madlung aus. "Es war, als wenn man irgendwo hinkommt, wo man schon alle kennt", berichtete der 31 Jahre alte Südamerikaner über die Begrüßung in der Kabine. "Marcelinho hat gute Qualität und wird uns weiterhelfen", sagte VfL-Kapitän Kevin Hofland.

Der Bundesliga-Rückkehrer soll die lahme Wolfsburger Offensive in der Rückrunde munter machen. In den fünf Jahren, die er zwischen 2001 und 2006 bei Hertha BSC verbracht hatte, war er ebenso als genialer Fußballer wie als Problemkind außerhalb des Platzes aufgefallen. So schrieb Marcelinho in Berlin in seinen 155 Erstliga-Partien mit 65 Toren nicht nur sportliche Schlagzeilen, sondern sorgte auch durch eigenmächtig verlängerte Heimaturlaube und Knatsch mit der Vereinsführung für reichlich Wirbel.

Erster Gegner ausgerechnet Hertha BSC

"Ich möchte außerhalb des Platzes keine Probleme machen. Das Wichtigste ist, dass ich beim VfL erfolgreich Fußball spiele", sagte Marcelinho. Er erhielt in Wolfsburg das Trikot mit der Nummer 32 und muss pikanterweise gleich zum Rückrundenstart am 27. Januar bei seinem Ex-Club Hertha BSC in Berlin antreten. Zuvor steht bereits am Samstag das Testspiel beim österreichischen Spitzenclub Red Bull Salzburg auf dem Programm. Für das Treffen gegen das Team des Trainer-Duos Giovanni Trapattoni/Lothar Matthäus liegt derzeit aber die Spielberechtigung für Marcelinho noch nicht vor. (Von Robert Schreier, dpa)

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