Wolfsburg - HSV : Mit Littbarski nicht besser

Wolfsburg verliert beim Debüt von Pierre Littbarski als Cheftrainer zu Hause 0:1 gegen den HSV und gerät tiefer in die Krise.

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Fehltritt. Marcel Schäfer (l.) und seine Kollegen hatten im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer Pierre Littbarski keine Chance gegen den HSV mit Änis Ben-Hatira.
Fehltritt. Marcel Schäfer (l.) und seine Kollegen hatten im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer Pierre Littbarski keine Chance...Foto: dpa

Wolfsburg – Zu seinem traurigen Gesicht gab es die passenden Worte. „Die Mannschaft wollte. Aber ein Schuss Genialität hat uns gefehlt“, sagte Pierre Littbarski. Sein Einstand als Trainer in der Fußball-Bundesliga endete als weiterer Rückschlag für den VfL Wolfsburg, der eine 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den Hamburger SV kassierte. Während sich noch nicht erkennen ließ, wie er seiner Mannschaft, die er bis vor kurzem noch als kumpelhafter Kotrainer „Litti“ betreut hat, neue Impulse im Kampf gegen den Abstiegskampf verleihen will, triumphierte HSV-Coach Armin Veh bei seinem alten Verein. Ein von Mladen Petric verwandelter Elfmeter in der 33. Minute ermöglichte den Gästen vor 30 000 Zuschauern einen verdienten Auswärtssieg. „Der Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen“, sagte HSV-Trainer Armin Veh und meinte damit wohl nicht nur die Mannschaft.

Die Körpersprache von Littbarski dagegen offenbarte, dass sich dieser nette Mann und frühere Liebling des deutschen Fußballs in seiner Rolle als hart durchgreifender Cheftrainer erst noch finden muss. Wann immer der 50-Jährige gestern in seinem langen Mantel an der Seitenlinie auftauchte: Er hinterließ einen unzufriedenen, fast flehenden Eindruck. In Abwesenheit von Spielmacher Diego, den Littbarski als erste Amtshandlung wegen einer Disziplinlosigkeit als eigenmächtiger Elfmeterschütze für ein Spiel suspendiert hatte, überzeugten die Wolfsburger mit hoher Einsatzbereitschaft. Aber weil mit Patrick Helmes, Tuncay Sanli und Jan Polak gleich drei vor kurzem nachverpflichteten Profis von Beginn an mitwirken durften, gab es wie schon unter dem gescheiterten Trainer Steve McClaren große Probleme im Spielaufbau.

Worüber Littbarski in der Aufarbeitung des 22. Spieltages sprechen dürfte, das ist in jedem Fall die richtige Mischung aus Einsatzbereitschaft und Cleverness. Wie man dabei zum falschen Maß greift, machte in der 32. Minute Simon Kjaer vor. Der rustikale Verteidiger ging im Strafraum bei einem Zweikampf mit Petric viel zu ungestüm vor und ließ Schiedsrichter Marco Fritz keine Wahl – es gab Elfmeter. Den verwandelte HSV-Angreifer Petric höchstselbst. „Vor uns liegt ein harter Weg“, resümierte Dieter Hoeneß, während bis weit nach Abpfiff die „Hoeneß raus“–Rufe aus der Fankurve hallten. Christian Otto

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