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Wolfsburg - Schalke 2:1 : Magath stoppt Talfahrt gegen Ex-Klub Schalke 04

Der VfL Wolfsburg siegt dank Mario Mandzukic glücklich mit 2:1 beim FC Schalke 04 und feiert damit nach drei Niederlagen in Serie wieder einen Sieg.

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Mario Mandzukic (m.) ist vor Gegenspieler Christian Fuchs (r.) am Ball und köpft aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich ein. Später steuerte der Stürmer des VfL Wolfsburg noch den zweiten Treffer zum 2:1-Sieg bei.
Mario Mandzukic (m.) ist vor Gegenspieler Christian Fuchs (r.) am Ball und köpft aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich ein. Später...Foto: dapd

Das schöne Ende dieses Ehemaligentreffens entlockte ihm ein Lächeln. Wer wie Felix Magath schon bei acht verschiedenen Profiklubs als Trainer oder Manager tätig war, ist ständig damit beschäftigt, Verflossene zu bekämpfen. Am Sonntag traf der 58-Jährige, derzeit Trainer des VfL Wolfsburg, auf den FC Schalke 04. Und zumindest mit Blick auf den 5. Spieltag machte sich der Fahnenwechsel von Magath bezahlt. Die Wolfsburger kamen zu einem glücklichen und hart erkämpften 2:1 (1:1)-Heimsieg, den zwei Treffer des Kroaten Mario Mandzukic möglich machten.
Das Erfolgserlebnis nimmt eine gehörige Portion Druck, unter den sich Magath gesetzt hat. Seine vielen personellen Wechselspiele, die im März einer der Gründe für sein Scheitern auf Schalke waren, bleiben auch in Wolfsburg unter kritischer Beobachtung. „Unser Siegtor war glücklich. Aber auch glückliche Siege muss man mitnehmen“, sagte Magath, der nichts davon wissen wollte, das ihm das Besiegen seines ehemaligen Arbeitgebers ein Vergnügen war. Sein Kapitän zeigte sich in dieser Hinsicht auskunftsfreudiger. „Es war doch klar, dass wir ihm damit einen Gefallen tun“, meinte Christian Träsch und grinste. Der Erfolg gegen die Schalker sei ein erster Schritt heraus aus der Wolfsburger Krise gewesen. „Jeder von uns hatte etwas gut zu machen.“
Magaths Begegnung mit seiner eigenen Vergangenheit diente ihm auch als Rechtfertigung für sein Handeln. Mit einer heftigen Schelte für seine schärfsten Kritiker hatte der eigenwillige Routinier darauf reagiert, dass seine Personalpolitik und seine soziale Kompetenz in Frage gestellt worden waren. Das Wiedersehen mit seiner früheren Schalker Mannschaft hatte für ihn den Nachteil, dass es auch eine erneute Begegnung mit dem von ihm verpflichteten Raul mit sich brachte. Der Spanier, in der 1. Halbzeit überragend, hatte den Gast nach herrlicher Vorarbeit von Jefferson Farfan in der 13. Minute in Führung gebracht. Die Schalker profitierten bei ihrem kreativen Angriffsspiel lange Zeit davon, dass der bereits 34 Jahre alte Raul als Vorbereiter und Vollstrecker zugleich glänzte.


Was den Schalkern vor 30.000 Zuschauern spielerisch gelang, musste sich Wolfsburg erarbeiten. Der Preis für die vielen, spät verpflichteten Neuzugänge bleibt, dass die Wolfsburger Mannschaft noch die nötige Harmonie vermissen lässt. Für den ersten Lichtblick sorgte der Schwede Rasmus Jönsson. Nach einer Nachlässigkeit der Schalker Abwehr durfte der Angreifer ungehindert flanken, was das 1:1 per Kopf durch Mandzukic zur Folge hatte.
Es passt nicht zu den gehobenen Ansprüchen in Wolfsburg, dass der deutsche Meister von 2009 ständiger Teilnehmer am Abstiegskampf bleibt. „Es wird noch einige Male rumpeln, knirschen und krachen, bis das sportliche Gebilde des VfL steht“, versichert Magath und dürfte nicht sein eigenes Vorgehen, sondern sportliche Defizite auf dem Platz meinen. Dass es gegen die taktisch überlegenen Schalker zu einem Heimsieg reichte, lag auch an einem Hauch von Überheblichkeit, der sich in das Spiel der Elf von Ralf Rangnick eingeschlichen hatte. „Wir waren besser, haben das Spiel aber noch aus der Hand gegeben“, fand Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes. Die Wolfsburger erkämpften sich ihre Chancen und erzwangen das Glück, weil ein durch Mandzukic abgefälschter Freistoß von Marcel Schäfer zum umjubelten Siegtreffer ins Tor trudelte.

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